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USAF

General Atomics: Reaper gegen Marschflugkörper

General Atomics MQ-9 Reaper gegen Marschflugkörper

Während die US Air Force bereits einen Nachfolger sucht, bemüht sich General Atomics Aeronautical Systems, die Einsatzmöglichkeiten der MQ-9-Serie zu erweitern – inklusive der Bekämpfung von Marschflugkörpern.

Über sechs Millionen Flugstunden haben die unbemannten militärischen Fluggeräte von General Atomics bereits erflogen, 90 Prozent davon bei Einsätzen. Mit der neuen National Defense Strategy (NDS) der USA, die die Bedrohung durch Russland und China ("near peer adversaries") ins Zentrum rückt, ist die zukünftige Verwendbarkeit der aktuellen Flotte an MQ-9 Reapern allerdings infrage gestellt, denn gegen eine halbwegs moderne Luftverteidigung haben die langsam und in mittleren Höhen fliegenden Drohnen keine Chance.

Suche nach weiteren Einsatzmöglichkeiten

Die US Air Force und General Atomics sind daher seit einiger Zeit auf der Suche nach weiteren Einsatzmöglichkeiten – insbesondere gegen Terroristen –, die über Überwachungs- und Kampfmissionen hinausgehen. Eine interessante Fähigkeit wurde nun Anfang September demonstriert, als eine MQ-9 der 556th Test and Evaluation Squadron eine AIM-9X Block 2 Sidewinder gegen eine BQM-167-Zieldrohne einsetzte, die einen Marschflugkörper simulierte.

Armee de l'Air
In Europa fliegt unter anderem Frankreich den Reaper.

Der zweite AIM-9X-Testschuss

"Die MQ-9-Besatzung erhielt ihre Zielzuweisung von einer externen Quelle, fand und verfolgte das Ziel und manövrierte dann, um die AIM-9X erfolgreich (…) einzusetzen", so die Air Force. Es war der zweite AIM-9X-Testschuss nach einem Versuch im November 2017. Seither "hat das MQ-9-Team die Wirksamkeit des MQ-9 in der Luftabwehr unter Verwendung der AIM-9X und zukünftiger nicht-kinetischer Effekte untersucht und nachgewiesen", heißt es.

Advanced Battle Management System

General Atomics spricht dabei von einer Rolle beim Schutz von Flugplätzen. Bei dem umfangreichen Test zum Advanced Battle Management System (ABMS) wurde aber nicht nur der Reaper der USAF genutzt, General Atomics stellte auch eine MQ-9 mit dem REAP-Datenlinkbehälter und einen Gray Eagle Extended Range mit dem openIntONE-Sensorsystem zur Überwachung von elektronischen Signalen auf dem Gefechtsfeld zur Verfügung.

General Atomics
Auch eine Version für die Seeüberwachung (SeaGuardian) ist im Angebot.

SeaGuardian-Variante

Derweil werden für Exportkunden neue Sensorbehälter für die MQ-9A/B entwickelt. Die SeaGuardian-Variante kann zum Beispiel das SAGE-750-ESM-System (Electronic Support Measures) von Leonardo tragen. Mit SENER in Spanien wird der NATO-Behälter entwickelt, der Schnittstellen für Sensoren unterschiedlicher Hersteller bietet.

Generalvertrag

Die US Air Force hat unterdessen einen über fünf Jahre laufenden Generalvertrag mit General Atomics geschlossen, der die Beschaffung von vier bis 36 MQ-9 pro Jahr zu vorab definierten Konditionen (Preis pro Fluggerät abhängig von der Stückzahl) regelt. Damit lassen sich Einzelaufträge "in ein paar Tagen erteilen, und die Fluggeräte werden in 26 Monaten geliefert", so die USAF. Die Agile Reaper Enterprise Solution hat einen Maximalwert von 7,4 Milliarden Dollar (6,25 Mrd. Euro).