Zur Abwehr der massiven Drohnenangriffe hat die Ukraine einen neuen Weg gefunden. Eine mit einer Revolverkanone ausgestattete Antonow An-28 nimmt die unbemannten Fluggeräte aufs Korn. Ein Kamera-Team des französischen Fernsehsenders TF1 begleitete das ungewöhnliche Flugzeug auf einem Einsatz. An der Seitentür des zweimotorigen Turboprops ist eine 7,62 mm M134 Mini-Gun installiert. Ein Kamerabediener scannt den Luftraum nach Shahed-Drohnen. Ist ein Angreifer ausgemacht, dirigiert er der Pilot in Richtung des Objekts. Sobald auf dem Boden kein bewohntes Gebiet liegt, feuert der Bordschütze seine sechsläufige Gatling ab. Ist die Drohne zerstört, dreht die Antonow ab, um Trümmern auszuweichen. Dennoch zeichnen bereits einige kleine Löcher die Außenhaut der eigentlichen Zivilmaschine.
Die Splitter sind jedoch nicht das einzige Risiko für die vierköpfige Besatzung. Russische Abstandsflugköper stellen eine Gefahr für Kollisionen dar. Außerdem haben die russischen Streitkräfte damit begonnen, einige Shahed-Drohnen mit Abwehrflugkörpern auszustatten.
Rund 150 Drohnen abgeschossen?
Die An-28 hat auf diese Weise wohl Dutzende russische Drohnen abgefangen. Darauf lassen die zahlreichen Abschussmarkierungen an der Rumpfseite schließen. Im vergangenen Oktober sollten es mindestens 70 sein. Mittlerweile beziffert der TF1-Bericht die Zahl auf rund 150. Laut Angaben der französischen Journalisten handelt es sich bei der Besatzung allesamt um Zivilisten.
Ursprung im Vietnamkrieg
Die Idee, Transportflugzeuge mit Schusswaffen auszustatten, ist nicht neu. Im Jahr 1964 baute die US Air Force für den Einsatz über Vietnam drei Miniguns in ihre militärische Version der Douglas DC-3 ein. Damit war die AC-47 als erstes Gunship geboren. Die AC-119 und AC-130 folgten. Noch heute verfügt die USAF über die AC-130J Ghostrider. Hier sind jedoch Kanonen installiert (30 und 105 mm).





