Jak-130M: Dritter Prototyp hebt in Irkutsk erstmals ab

Jakowlew Jak-130M
Dritter Prototyp hebt in Irkutsk erstmals ab

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.10.2026
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Der Erstflug des dritten Versuchsmusters fand im Irkutsker Werk statt. Laut Hersteller liefen alle Systeme ohne Beanstandung, und das Flugprogramm wurde wie geplant abgearbeitet.

Weniger Zeitdruck mit drei Versuchsmustern

Mit drei Testflugzeugen soll sich die Arbeit in Zukunft einfacher verteilen lassen. Jakowlew sieht darin die Voraussetzung, die Erprobung im Zeitplan zu beenden und 2028 mit den Auslieferungen zu beginnen.

Seit dem Erstflug des ersten Prototyps am 25. Juni dieses Jahres ging es zügig voran. Im August folgte der zweite, im September zeigte Rostec die Maschine auf der Luftfahrtschau im ägyptischen El Alamein.

Vom Schulflugzeug zum Kampfjet

Die Jak-130M geht auf die Jak-130 zurück, mit der seit 2010 bei der russischen Luftwaffe Piloten ausbildet werden. Als Schulungsflugzeug kann auch die neue Version dienen, doch Rostec positioniert sie als vollwertiges Kampfflugzeug für Einsätze gegen Luft- und Bodenziele.

An Bord sind ein modernes Radar mit elektronisch gesteuerter Antenne (BRLS-130R) und ein unter dem Rumpf angebrachter Sensorbehälter (SOLT-130K) mit Wärmebildkamera.

Er soll auch nachts oder bei schlechter Sicht die Zielverfolgung sichern. Das Radar erfasst laut Hersteller Luft- und Bodenziele und liefert zudem Daten zu Gelände und Wetter.

Auf der Jagd nach Drohnen

Rostec verweist darauf, dass die Maschine auch bei geringem Tempo gut steuerbar bleibt und sich deshalb für die Verfolgung langsamer Ziele eignet, etwa feindlicher Angriffsdrohnen.

Die Verwendung liegt angesichts der fast täglichen ukrainischen Drohnenangriffe auf russisches Gebiet nahe. Rostec will das Flugzeug im eigenen Land wie im Export vermarkten. Ob die russische Luftwaffe bereits fest bestellt hat, ist offen, ein Verzicht auf die Maschine gilt aber als schwer vorstellbar.

Welche Bewaffnung gegen Drohnen?

Bestätigt ist als Luft-Luft-Lenkwaffe bisher nur die Wympel R-77 mit aktiver Radarlenkung. Als wahrscheinlich gilt die infrarotgelenkte Kurzstreckenrakete R-73E, die schon für die Ausgangsversion vorgesehen war. Dasselbe gilt für den Kanonenbehälter SNPU-130, der eine Maschinenkanone GSch-23 mit 250 Schuss aufnimmt. Rostec erwähnt außerdem Vierfach-Abschussvorrichtungen für Raketen, ohne die Munition zu nennen.

Zwei Kandidaten kommen aus dem Hause Kalaschnikow. Die laserstrahlgelenkte Panzerabwehrrakete 9K121 Wichr wurde im Ukraine-Krieg mit einem Annäherungszünder zur Drohnenabwehr umgerüstet und fliegt bereits an Kampfhubschraubern wie der Ka-52M.

Die zweite Option ist die lasergelenkte S-8L, eine präzise Variante der ungelenkten 80-Millimeter-Rakete S-8, die aus Mehrfachwerfern des Typs B-8M1 startet. Das Prinzip ähnelt dem amerikanischen AGR-19 APKWS, das ungelenkte 70-Millimeter-Raketen vom Typ Hydra mit Lenkung nachrüstet.

In El Alamein hing die Jak-130M zwar mit B-8M1-Behältern an den Tragflächen, sie waren jedoch leer. Die gesamte Waffenlast beziffert Rostec auf 2.500 bis 3.000 Kilogramm.

Wie weit die S-8L ist, bleibt unklar. Kalaschnikow kündigte sie 2021 an, die Sanktionen sollen die Arbeiten zeitweise stark gebremst haben. Im Frühjahr 2025 berichtete ein russisches Portal unter Berufung auf einen Analysten, das System sei einsatzbereit.