Russlands neuester Kampfjet ist ein Drohnenjäger - Jakowlew Jak-130M

Jakowlew Jak-130M
Russlands neuester Kampfjet ist ein Drohnenjäger

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.09.2026
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Die Jak-130M ist, gemessen am Erstflugdatum, das jüngste Kampfjet-Muster Russlands. Erst seit dem 25. Juni 2026 ist der leichte Jäger flügge, wenngleich er im Grunde eine kampfwertgesteigerte Weiterentwicklung des Jet-Trainers Jak-130 darstellt, der wiederum bereits seit 2010 bei der russischen Luftwaffe im Einsatz steht.

Doch mit der "fliegenden Schulbank", wie Rostec selbst das Ausgangsmuster nennt, hat die neue Jak-130M fast nur noch die Hülle gemeinsam. Zwar kann auch die M-Version bei Bedarf als Trainingsflugzeug dienen, ist in ihrer Gesamtauslegung allerdings ein vollwertiges Kampfflugzeug für Luft-Boden- und Luft-Luft-Einsätze, mit dem modernen AESA-Radar BRLS-130R und dem elektrooptischen Zielsystem SOLT-130K samt Wärmebildkanal an Bord. Letzteres "verhindert, dass Ziele nachts oder bei schlechter Sicht aus dem Blickfeld entweichen können", schreibt Rostec.

Das Radar selbst erkenne sowohl Luft- als auch Bodenziele "und erfasst das Gelände sowie die Wetterlage." Da die Jak-130M von Haus aus sehr wendig sei und sich auch bei niedrigen Geschwindigkeiten stabil manövrieren lasse, "haben wir sie befähigt, langsam fliegende Ziele, wie zum Beispiel feindliche Angriffs-Drohnen, effektiv zu jagen", heißt es aus Russland weiter.

Kampfjet gegen Kamikaze-Drohnen

Derart deutlich haben offizielle Stellen bisher nicht über die Drohnenjäger-Rolle der Jak-130M referiert – wenngleich die Aufgabe natürlich naheliegt und das Muster unter dem Eindruck täglicher ukrainischer Drohnenattacken auf Ziele in Russland auch für die russische Öffentlichkeit zum Thema macht.

Rostec möchte die Jak-130M sowohl bei der russischen Luftwaffe als auch auf dem Exportmarkt etablieren. Derzeit befinden sich wohl drei Prototypen in Erprobung. Die Serienreife strebt der Staatskonzern für 2028 an. Ob bereits feste Bestellungen seitens der russischen Luftstreitkräfte vorliegen, ist unklar. Es scheint aber objektiv kaum vorstellbar, dass die Jak-130M nicht den Weg zu den einheimischen Einsatzkräften findet.

Jakowlew Jak-130M auf der Egypt Airshow 2026 in el-Alamein.
Patrick Hoeveler

Der Waffenschrank für die Jak-130M

Ein wenig kryptisch bleibt derweil die Antwort auf die Frage, mit welchem Waffenarsenal Rostec die Jak-130M auf Drohnenjagd schicken möchte. Explizit als Luft-Luft-Bewaffnung bestätigt wurde bislang lediglich die Wympel R-77 mit aktivem Radarsuchkopf.

Wahrscheinlich ist zudem die Option R-73E – eine infrarotgelenkte Kurzstreckenrakete, die bereits zum optionalen Repertoire der ursprünglichen Jak-130 zählte. Gleiches gilt für den Kanonenbehälter SNPU‑130, der eine Grjasew-Schipunow GSch-23-Maschinenkanone mit 250 Schuss Munition beherbergt.

Spannend ist in diesem Zusammenhang, dass Rostec in seiner jüngsten Mitteilung zur Jak-130M von "Vierfach-Abschussvorrichtungen" für Raketen spricht, ohne allerdings zu erwähnen, welche Raketentypen konkret aus den genannten Startvorrichtungen abgefeuert werden sollen.

Jakowlew Jak-130M auf der Egypt Airshow 2026 in el-Alamein.
Patrick Hoeveler

Kalaschnikow-Raketen

Zwei Optionen sind hier plausibel, womöglich auch beide parallel. Beide kommen aus der berühmten Waffenschmiede von Kalaschnikow.

Eine davon ist die laserstrahlgelenkte Panzerabwehrrakete 9K121 Wichr, die Kalaschnikow für das Schlachtfeld im Ukraine-Krieg mittels eines neu integrierten Annäherungszünders zur Drohnenabwehrwaffe umfunktionierte. Als solche ist die Wichr, die aus glasfaserverstärkten Kunststoffrohren verschossen wird, bereits an Kampfhubschraubern wie der Kamow Ka-52M im Einsatz.

Die zweite mögliche Kalaschnikow-Rakete für die Drohnenjagd ist die lasergelenkte S-8L – eine Weiterentwicklung der ungelenkten Luft-Boden-Rakete S-8 mit Kaliber 80 Millimeter. Wie diese auch, wird die S-8L in Mehrfachraketenwerfern des Typs B-8M1 mitgeführt und aus diesen abgefeuert. Damit ähnelt das System in seinem Prinzip dem westlichen AGR-19 APKWS (Advanced Precision Kill Weapon System) aus den USA, das auf ungelenkten 70-Millimeter-Raketen des Typs Hydra basiert.

Auf der Egypt Airshow in el-Alamein zeigte Rostec Anfang September die Jak-130M mit unter den Tragflächen montierten B-8M1-Pods. Allerdings ohne Inhalt...

Jakowlew Jak-130 auf Messe mit Bewaffnung
Rostec

Programmstatus unklar

Über die Serienreife der S-8L gibt es mehrere unterschiedliche und wenige verlässliche Informationen. Kalaschnikow kündigte die Rakete bereits 2021 an, die mit dem Ukraine-Krieg einhergehenden westlichen Sanktionen gegen Russland sollen die Entwicklung jedoch – zumindest vorübergehend – stark gebremst haben.

Im Frühjahr 2025 suggerierte das russische Nachrichtenportal 1.ru unter Berufung auf den Analysten Jewgeni Damanzew, das S-8L-System zur Drohnenabwehr sei einsatzbereit und stehe den russischen Streitkräften zur Verfügung.