Die US Air Force fliegt ab sofort keine A-29 Super Tucano mehr. Die drei Turboprop-Trainer aus Brasilien hatten erst 2024 bei der Air Force Test Pilot School auf der Edwards Air Force Base Quartier bezogen. Zuvor waren sie bereits beim Air Force Special Operations Command ausgesondert worden, weil sich dort – so die offizielle Begründung – "die Missionsanforderungen geändert hatten."
Die Spezialkräfte hatten die drei Super Tucano ursprünglich bestellt und 2021 erhalten, die Überführung in die Testpilotenschule markierte vor zwei Jahren dort die erste Ankunft eines neuen Flugzeugtyps seit beinahe drei Jahrzehnten.
Die Freude über die brasilianischen Neuankömmlinge währte in Edwards allerdings nicht lange. "Die A-29 Super Tucano wurde eingehend geprüft, entsprach aber nicht dem vorgesehenen Zweck für die Testpilotenschule der Luftwaffe", resümierte nun ein Sprecher der Edwards Air Force Base gegenüber dem US-Portal Breaking Defense. Die logische Folge: Man braucht die Super Tucanos dort nicht mehr und hat sie, so geht aus einer offiziellen Bekanntmachung der USAF hervor, bereits vor Ort eingelagert.

Die A-29 Super Tucano hat bei der US Air Force aller Wahrscheinlichkeit nach ausgedient.
Flugzeuge werden eingelagert
Wie Breaking Defense den USAF-Sprecher weiter zitiert, sollen die drei A-29 jetzt "veräußert" werden. In der Mitteilung der US-Luftwaffe, die vom 29. Oktober datiert, ist zu lesen, es sei "nicht vorgesehen, dass diese Flugzeuge wieder für den Einsatz durch die Luftwaffe in Betrieb genommen werden."
Bis sich ein Abnehmer für die Turboprops findet, bedürfen sie laut Air Force allerdings trotzdem "eine bedarfsorientierte Wartungsunterstützung". Diese solle mögliche Probleme beheben, "die die sichere Lagerung, die Einhaltung von Umweltauflagen und die Bodenbewegungen innerhalb des Stützpunktes beeinträchtigen", heißt es weiter.
Für diese Betreuungsarbeit schlägt die USAF als einzigen Kandidaten die Sierra Nevada Corporation (SNC) vor – was keine Überraschung ist, arbeitet SNC doch in Jacksonville (Florida) seit einigen Jahren eng mit Embraer zusammen. Die Brasilianer betreiben dort eine Endmontagelinie für die A-29, SNC verpasst den frisch aus den Werkshallen rollenden Flugzeugen anschließend ihre Missionsausrüstung für ausgewählte Militärkunden. Beispielsweise liefen hier auch die Super Tucanos für Afghanistan vom Band, die zwischen 2016 und 2020 ausgeliefert wurden.

Die drei von Embraer gelieferten Super Tucano waren, allein schon aufgrund ihrer geringen Stückzahl, schon immer Exoten im Arsenal der US Air Force.
Konservierung bis zum Verkauf
Der Vertrag zur Einlagerung der A-29 in Edwards umfasst ein Basisjahr mit Optionen für zwei weitere Jahre. "Die Leistungen beschränken sich auf einmalige, bedarfsorientierte Maßnahmen im Zusammenhang mit der Reparatur oder Behebung von Treibstoff-, Hydraulik- und/oder Öllecks, der Reparatur oder dem Austausch von Reifen, dem Abschleppen und Umpositionieren der Flugzeuge am Boden sowie damit verbundenen kleineren Wartungsarbeiten, die erforderlich sind, um die Flugzeuge in einen sicheren Lager- oder Abschleppzustand zu versetzen", schreibt die USAF.
"Diese Maßnahme dient ausschließlich der Unterstützung der eingelagerten Flugzeuge im Nichtflugbetrieb."





