Das chinesische Staatsfernsehen CCTV hat Einzelheiten zu zwei Ausführungen des Stealth-Kampfjets Chengdu J-20 vorgestellt – der einsitzigen J-20A und der zweisitzigen J-20S.
Lange musste sich das Programm auf importierte Triebwerke aus Russland verlassen, inzwischen fliegt die J-20 mit chinesischen Aggregaten vom Typ Shenyang WS-15. Erstmals öffentlich zu sehen war diese Version 2021 bei der Luftfahrtschau in Zhuhai. Die Maschinen sollen dadurch stärker beschleunigen, auch ohne Nachbrenner konstant Überschall fliegen (Supercruise) und kräftezehrende Manöver besser durchhalten.
Neue Details am Rumpf
Äußerlich fallen an der J-20A zwei Änderungen auf. Hinter dem Cockpit geht der Aufbau sanfter in den Rumpf über als bisher, was die Luftströmung begünstigen dürfte. Messwerte dazu gibt es nicht.
Unter der Nase sitzt außerdem das Gehäuse für das optische Erfassungssystem, das offenbar gewachsen ist. Statt sechs Linsen sollen nun acht verwendet werden. Das spricht für eine bessere Aufklärung und Zielverfolgung, möglicherweise auch gegen andere Tarnkappenflugzeuge.
J-20S hat besondere Fähigkeiten
Mit der J-20S verfolgt China einen besonderen Ansatz. Auf dem hinteren Sitz arbeitet ein Systemoperator, der, während der Pilot fliegt, Drohnen führen, Lagedaten bündeln, Einsätze gegen Ziele zu Lande und zu Wasser planen und die Zusammenarbeit der Systeme koordinieren soll.
Su-57 und J-20 auf der Airshow China in Zhuhai
Je mehr unbemannte Plattformen beteiligt sind, desto mehr Informationen muss die Besatzung verarbeiten. Ein einzelner Pilot kann das laut Annahme der Chengdu-Konstruktuere nicht vollumfänglich sicher leisten. Die zweisitzige J-20S soll daher eine Art fliegende Kommandozentrale sein, die bemannte und unbemannte Flugzeuge zu einem Team verbindet und dafür sorgt, dass Piloten trotz steigender Informationsflut nicht überfordert werden.
Eingebunden in ein Gesamtsystem
Die J-20 soll zudem enger mit anderen Mustern zusammenarbeiten, darunter Frühwarnflugzeuge der KJ-Familie, Luftbetankungsflugzeuge vom Typ YY-20 sowie die Jäger J-16 und J-10C. Analysten sehen darin den Vorteil, dass der Tarnkappenjäger nicht mehr nur auf eigene Sensoren und Waffen setzen muss, sondern Informationen aus dem gesamten Verbund nutzen kann.





