Der Lufthansa-Flug LH9910 am 2. November war einer für die Geschichtsbücher. Zum allerletzten Mal setzte sich in Düsseldorf um 11:30 Uhr Ortszeit ein Airbus A340-600 mit Kranich am Heck in Bewegung – um genau zwei Stunden später an seiner letzten Ruhestätte in Teruel einzutreffen. Die 17 Jahre alte D-AIHZ, Seriennummer 1005, trifft dort mit ihren noch existierenden Schwestermaschinen zusammen.
Drei der vier letzten aktiven A340-600 der Lufthansa waren in den vergangenen Tagen bereits in Teruel gelandet, fünf weitere parken schon länger dort. Die D-AIHZ komplettiert nun die Riege der ausgemusterten Lufthansa-600er vor Ort.
Dass jemals wieder einer der Jets aus Teruel "entkommt", ist mehr als unwahrscheinlich – zumindest in Lufthansa-Farben werden die langen Vierstrahler definitiv nie wieder an den Himmel zurückkehren. Naheliegender ist es jedenfalls, dass auf die insgesamt neun in Spanien stehenden A340-600 mit Kranich am Heck über kurz oder lang der Trennschneider wartet – residiert mit Tarmac Aerosave doch Europas größter Flugzeugverwerter in Teruel, der in der Vergangenheit bereits mehrere A340-600 der Lufthansa an Ort und Stelle zerlegt hat.
Endstation Teruel
Die Ära der A340-600 bei Lufthansa ist jedenfalls mit der finalen Landung der D-AIHZ in Spanien endgültig vorbei. Die letzten Linienflüge hatte das längste Flugzeug, das bislang die Airbus-Werkshallen verließ, bereits am 18. und 19. Oktober absolviert.
Wenig später waren die vier verbliebenen A340-600 von ihrer Heimat Frankfurt nach Düsseldorf geflogen, wo Techniker sie um noch auf dem Ersatzteilmarkt verwertbare Komponenten erleichterten. Anschließend machten sich die vier ausrangierten Widebodies einer nach dem anderen auf die Reise nach Teruel: Am 26. Oktober startete die D-AIHX, am 28. Oktober folgte die D-AIHY und am 30. die D-AIHW, bevor am 2. November schließlich die D-AIHZ das Quartett wieder komplett machte.

In Teruel parken nunmehr neun A340-600, die zuvor für Lufthansa flogen - manche bereits seit dem Corona-Frühjahr 2020 (dieses Bild entstand im Juni 2021).
Deutschlands letzte A340-600
Gänzlich aus Deutschland verschwunden ist der Airbus A340-600 damit allerdings noch nicht. Denn mit der Charter-Fluggesellschaft Universal Sky Carrier (USC), die ihren Sitz – wie die Lufthansa – in Frankfurt am Main hat, findet sich im deutschen Luftfahrtregister weiter ein Betreiber der exotischen A340-Topversion.
USC besitzt inzwischen drei A340-600, von denen zwei zuvor bei Lufthansa flogen. Dabei handelt es sich um die Flugzeuge mit den Kennungen D-AIHV (derzeit in Manila in der Wartung) und D-AUSY (ehemals D-AIHU, seit 27. Oktober bei USC im Dienst).
Die dritte A340-600 von USC kam bereits 2024 von South African Airways und trägt jetzt das Kennzeichen D-AUSZ. Sie war bis Anfang Oktober im Wet-Lease für Surinam Airways auf der Strecke Paramaribo-Amsterdam unterwegs.





