„Baikal“ soll mehr können als die An-2, doch die Zulassung steht noch aus

LMS-901 „Baikal“
LMS-901 soll nicht nur An-2-Nachfolgerin sein

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.10.2026
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"Baikal-Flugzeug" LMS-901 startet erstmals mit russischem Motor.
Foto: UZGA

Nikolaj Mjasin, Kommandeur einer Fliegerabteilung der Agrarallianz Aerochimflot, und Antonina Mjasina, Chefin des Unternehmens Spezavia, äußerten sich in einem Video, das der Hersteller UZGA gemeinsam mit der Allianz veröffentlichte.

Nicht nur An-2-Ersatz

Die Maschine solle nicht nur die alternde An-2 ersetzen, sondern Flüge in abgelegene Siedlungen wieder alltäglich machen. Bei Mjasins Betrieb entfallen laut eigener Aussage weniger als 0,5 Prozent der Arbeit auf Charterflüge, die meist einmalig und wetterabhängig seien.

Er will rund um das Flugzeug regelmäßige Verbindungen und Dienstleistungen aufbauen. Mjasina forderte, die Maschine müsse bei schlechtem Wetter und auf einfachen Plätzen ohne ausgebaute Piste einsetzbar sein.

Die LMS-901 bietet Platz für bis zu neun Passagiere. Die Kabine lässt sich für Fracht umbauen, auch ein medizinisches Modul für Rettungsflüge ist vorgesehen. Aerochimflot meldet einen Bedarf von 50 Flugzeugen an.

Ob sich der Betrieb rechnet, hängt nach Darstellung des Berichts von den tatsächlichen Flugleistungen und den Wartungskosten ab.

Teuer, spät und ohne Zertifizierung

Die Zertifizierung soll nach Angaben von Behördenchef Dmitri Jadrow im dritten Quartal 2027 enden. Laut Staatsvertrag müssen die Unterlagen für die Musterzulassung bis zum 17. Dezember 2027 vorliegen. Im Februar hatte es noch geheißen, die Zulassung sei bereits 2026 möglich.

Der Fortschritt der Tests ist weiterhin begrenzt. Industrieminister Anton Alichanow sagte im August, der Prototyp werde für statische Belastungstests am Forschungsinstitut ZAGI vorbereitet, eine weitere Maschine für Ermüdungstests werde erst gebaut. Der Erstflug eines Prototyps mit russischem Triebwerk WK-800SM fand im Februar statt. Unklar ist, ob dieser Prototyp bereits in der später geplanten Konfiguration flog.

Das Projekt hat einige Rückschläge hinter sich. Die Kosten pro Flugzeug stiegen von geplanten 120 Millionen auf etwa 500 Millionen Rubel. Zudem war der Auftrieb der Tragfläche offenbar falsch berechnet worden, sodass die Maschine 1.200 statt 600 Meter Piste benötigte. Ob die Änderungen am Fahrwerk, am Einstellwinkel der Tragfläche und am Bug das Problem gelöst haben, dürfte sich erst nach Veröffentlichung der technischen Daten zeigen.