US Air Force kauft neue Hyperschallwaffe: Erst fast eingestellt, jetzt in Serienfertigung

Erst fast eingestellt, jetzt in Serienfertigung
US Air Force beschafft neue Hyperschallwaffe

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.10.2026
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Wie die US Air Force gestern mitteilte, hat sie ab 29. September einen Vertrag in Höhe von 694 Millionen Dollar an Lockheed Martin vergeben. Im Zuge dessen soll das Unternehmen den Flugkörper AGM-183A produzieren und ausliefern. Dabei handelt es sich um eine hyperschallschnelle Waffe mit der Bezeichnung ARRW (Air-Launched Rapid Response Weapon). Sie besteht aus zwei Komponenten: Ein mit einem Feststoffantrieb ausgestatteter Booster beschleunigt auf Geschwindigkeiten von mehr als Mach 5 und setzt dann einen antriebslosen Sprengkopf frei. Dieser lässt sich dann im Bahnneigungsflug steuern.

Details zu Stückzahlen und zeitlichen Abläufen nannte die USAF aus Sicherheitsgründen nicht. Dafür würdigte Air Force Secretary Troy Meink die Beschaffung als einen Meilenstein in der US-Strategie für fortschrittliche Waffen. "Indem wir das ARRW-Programm von der Testphase in die Serienproduktion überführen, stellen wir unseren Einsatzkommandeuren eine glaubwürdige, hochgeschwindigkeitsfähige Angriffswaffe zur Verfügung, die in der Lage ist, selbst die modernsten Systeme zur Zugangsverweigerung und Gebietsabriegelung zu durchbrechen", sagte er.

Test im Pazifik

Die AGM-183A durchlief bereits einen Teststart in der Pazifikregion. Am 17. März 2024 hob eine Startofortress von der Piste der Andersen AFB auf Guam ab und flog in Richtung der Marshall Inseln. Dort erfolgte dann der Start der AGM-183A im Areal des sogenannten Reagan-Test-Site. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Radar- und Telemetrie-Anlagen, die auf verschiedenen Inseln des Kwajalein-Atolls verteilt sind. Die Gesamtfläche des Testareals beträgt rund 1,9 Millionen Quadratkilometer, fünf Mal so groß die die Bundesrepublik Deutschland.

Zurück vom Abstellgleis

Der Versuch galt damals als vermutlich letzte Aktion im von mehreren Test-Rückschlägen betroffenen ARRW-Programm. Für 2025 waren dann auch keine Geldmittel mehr im Haushalt vorgesehen. Stattdessen stand die kleinere und flexiblere Hypersonic Attack Cruise Missile (HACM) im Fokus. Deren Entwicklung macht mit einem ersten erfolgten Testflug in diesem Herbst in Australien weiter Fortschritte. Gleichzeitig hatte die USAF die AGM-183 dann doch weiterverfolgt und im Herbst 2024 weitere Aufträge vergeben. Diese waren nicht wie damals vermutet zur Programmabwicklung gedacht. Stattdessen zielten sie wohl auf das Erreichen der Serienreife der ARRW ab.