Der erste Prototyp war am 25. Juni 2026 erstmals geflogen, im August kam der zweite hinzu. Anfang September präsentierte der Staatskonzern Rostec, zu dem OAK gehört, das Muster auf der Luftfahrtschau im ägyptischen El Alamein. Dort trug es Raketenwerfer unter den Tragflächen, die allerdings leer waren.
Neu ist laut Herstellerangaben auf dem dritten Prototyp das Bordsystem "Prezident-S130". Es soll in drei Schritten arbeiten: Zunächst erkennt es automatisch den Abschuss einer gegnerischen Rakete. Dann stört es die Radar- und Lenksysteme, mit denen der Gegner das Flugzeug aufklärt und die Rakete steuert. Schließlich stößt es Täuschkörper aus, die infrarot- und radargelenkte Suchköpfe ablenken sollen. Unabhängig bestätigt sind weder Leistungsdaten noch Wirksamkeit.
Vom Schulflugzeug zum Kampfflugzeug
Die Jak-130M geht auf die Jak-130 zurück, die seit 2010 bei der russischen Luftwaffe zur Pilotenausbildung dient. Auch die neue Variante kann für Schulungszwecke genutzt werden. Rostec führt sie jedoch als Kampfflugzeug für Einsätze gegen Luft- und Bodenziele.
Zur Ausrüstung zählen ein Radar mit elektronisch gesteuerter Antenne (BRLS-130R) und ein Zielbehälter unter dem Rumpf (SOLT-130K), der auch eine Wärmebildkamera enthält.
Es soll Ziele bei Nacht und schlechter Sicht verfolgen können. Das Radar erfasst nach Herstellerangaben Luft- und Bodenziele sowie Gelände- und Wetterdaten. Die Zuladung gibt Rostec mit 2.500 bis 3.000 Kilogramm an.
Bewaffnung bisher noch offen
Rostec verweist auf die gute Beherrschbarkeit des Flugzeugs bei niedriger Geschwindigkeit. Damit eigne es sich dafür, langsam fliegende Ziele wie gegnerische Angriffsdrohnen zu verfolgen.
Welche Waffen die Jak-130M dafür tragen soll, ist nur teilweise geklärt. Als Luft-Luft-Lenkwaffe bestätigt ist bislang die radargelenkte R-77. Wahrscheinlich ist zudem die infrarotgelenkte Kurzstreckenrakete R-73E, die schon für die Ausgangsversion vorgesehen war.
Gleiches gilt für den Kanonenbehälter SNPU-130 mit 250 Schuss. Rostec erwähnt außerdem Vierfach-Startvorrichtungen für Raketen, nennt aber keinen Munitionstyp.
Als Kandidaten gelten zwei Kalaschnikow-Entwicklungen. Einmal die lasergelenkte Panzerabwehrrakete 9K121 Wichr, die mit Annäherungszünder bereits als Drohnenabwehrwaffe an Kampfhubschraubern wie der Ka-52M verwendet wird, und die lasergelenkte S-8L, eine präzisionsgelenkte Variante der ungelenkten 80-Millimeter-Rakete S-8.
Letztere ähnelt im Prinzip dem US-System APKWS, das Hydra-Raketen mit einer Lenkung ausstattet.
Rostec will die Jak-130M an die eigenen Streitkräfte und ins Ausland verkaufen. Ob die russische Luftwaffe bereits fest bestellt hat, ist nicht bekannt. Ob der Zeitplan bis 2028 hält, wird sich in der laufenden Erprobung zeigen.





