Kanada erhält erste F-35A – aber wie viele Jets kommen noch?

Unsicherheit bei Gesamtbestellung bleibt
Kanada erhält erste F-35A

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.10.2026
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F-35 Lightning II, Lockheed, Canada
Foto: Royal Canadian Air Force

Die Luftwaffe bestätigte die Auslieferung am Freitag und zeigte auf ihren Social-Media-Kanälen eine Maschine mit kanadischem Hoheitszeichen, aufgenommen in Phoenix.

Eigentlich wollte Kanada 88 F-35A bei Lockheed Martin kaufen. Premierminister Mark Carney stoppte das Vorhaben jedoch und ließ es prüfen, nachdem US-Präsident Donald Trump Kanada mit Handelsmaßnahmen und Annexionsforderungen unter Druck gesetzt hatte.

Das Ergebnis der Überprüfung stand ursprünglich für Ende 2025 an, liegt aber bis heute nicht vor. Diskutiert wird nun eine gemischte Flotte, in der auch die schwedische Gripen fliegen würde.

Dass die Regierung diese Richtung ernsthaft erwägt, hatten bereits im Juni Medienberichte nahegelegt, die sich auf die Zeitung "La Presse" stützen. Demnach könnte Kanada rund 30 F-35 und etwa 60 Gripen E/F beschaffen.

Saab wirbt in Kanada

Saab bietet für einen potenziellen Auftrag aus Kanada sogar eine Fertigung im Land an. Konzernchef Micael Johansson sagte bei der Vorstellung der Quartalszahlen vergangene Woche, Saab wolle die Regierung in Ottawa von einer gemischten Flotte überzeugen.

Die F-35 sei bei bestimmten Aufgaben stark, die Gripen bringe allerdings größere Flexibilität bei der Stationierung mit, etwa auf verteilten Flugplätzen. Zum Angebot gehören laut Johansson ein Produktionsstandort in Kanada und die Zusammenarbeit mit kanadischen Unternehmen.

Im September hatte Kanada angekündigt, die Plattform GlobalEye bei Saab kaufen zu wollen – das Vertrauen in die schwedischen Produkte ist also gegeben. Das Unternehmen hatte zusätzlich angedeutet, bei einem Gripen-Zuschlag auch Jets für die Ukraine in Kanada zu bauen. Bis zu 9.000 Arbeitsplätze könnten so entstehen.

F-35 kommt mit einem Haken

Rechtlich gebunden ist Kanada bislang nur bei 16 F-35A. Hinzu kommt der politische Wunsch, sich von amerikanischer Technik unabhängiger zu machen. Rund drei Viertel der kanadischen Verteidigungsausgaben gehen derzeit an US-Firmen.

Auch die Kosten sprechen aus Sicht von Beobachtern gegen eine Großbestellung. Die Schweiz hat ihre Order wegen gestiegener Preise von 36 auf 24 bis 30 Jets gekürzt.