Schweizer Tarnkappenjets: Produktion der ersten F-35-Bauteile läuft in Italien an

Schweizer Tarnkappenjets
Produktion der F-35-Teile läuft in Italien an

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.08.2026
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MJ-4, J-6004, Schweiz, F-35A Lightning II, Rumpfteil
Foto: Bundesrat (Schweiz)

Im norditalienischen Cameri wurden die ersten Rumpf- und Flügelteile für eine künftige Schweizer F-35A Lightning II zusammengefügt, wie der Bundesrat in Bern mitteilte. Das Werk des Rüstungskonzerns Leonardo beherbergt die einzige Endmontagelinie für den Tarnkappenjet in ganz Europa. Rund ein Drittel aller F-35-Tragflächen weltweit werden in Italien gefertigt.

Konkret geht es um den Rumpfabschnitt mit der Seriennummer MJ-4, der gemeinsam mit einem Flügel gefertigt wird. Beide Teile sind für die Maschine mit der künftigen Schweizer Militärkennung J-6004 bestimmt.

Von Cameri aus geht es für das Bauteil anschließend doch noch in die USA. Im Lockheed-Martin-Werk in Fort Worth, Texas, soll es mit den restlichen Komponenten zum fertigen Flugzeug zusammengebaut werden.

Die erste in Cameri produzierte F-35A soll Mitte 2028 in die Schweiz überführt werden. J-6004 wird voraussichtlich erst Ende 2029 eintreffen.

Weniger Jets, mehr Kosten

Am Lockheed-Martin-Standort Marietta im US-Bundesstaat Georgia ist die erste F-35A für die Schweiz schon seit Juni in der Hauptmontage. Laut Zeitplan sollen die ersten acht Schweizer F-35A Mitte 2027 auf der Ebbing Air National Guard Base in Arkansas eintreffen, wo Piloten und Bodenpersonal ausgebildet werden. In der Schweiz stationiert werden die Jets ab 2028.

Erster Schweizer F-35A geht in die Hauptmontage
Lockheed Martin/Thinh D. Nguyen

Im März hatte der Bundesrat entschieden, statt der ursprünglich geplanten 36 Maschinen nur noch 30 F-35A zu beschaffen und auf einen Zusatzkredit von rund 1,1 Milliarden Franken zu verzichten, um innerhalb des vom Volk 2020 bewilligten Kostendachs von sechs Milliarden Franken zu bleiben.

Lockheed Martin hatte die Stückkosten zwischenzeitlich deutlich erhöht, zudem macht Washington gegenüber Bern weitere Mehrkosten geltend, sodass trotz kleinerer Flotte mehr Geld fließt als kalkuliert. Spätestens 2027 muss die Schweiz die definitive Bestellmenge festlegen, um ihre reservierten Produktionsslots zu sichern.