Die schwedische Regierung teilte mit, die Sicherung des Luftraums um den Flughafen Rzeszów-Jasionka erfolge durch das Geschwader F 17 aus dem südschwedischen Ronneby. Zwei Monate lang sollen die schwedischen Gripen bei der "integrierten Flug- und Raketenabwehr" an der NATO-Ostflanke helfen – und die "fortgesetzten Waffenlieferungen an die Ukraine" absichern.
Ihre Einsätze werden die Gripen hauptsächlich von zu Hause aus fliegen, unterstützt von einem kleineren vorgeschobenen Stützpunkt in Polen. Wie viele Kampfjets und wieviel Personal Schweden für die Mission abkommandiert, bleibt unbekannt.
Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson sieht in dem Einsatz auch einen Beitrag zur Sicherheit des eigenen Landes. "Wenn schwedische Gripen-Kampfjets zur NATO-Luftverteidigung in Polen beitragen, stärken wir die Sicherheit Schwedens, unserer Verbündeten und die fortgesetzte Unterstützung für die Ukraine, die unsere wichtigste außenpolitische Aufgabe darstellt", so der Regierungschef des jüngsten NATO-Mitglieds.
Außenministerin Maria Malmer Stenergård ergänzte, Polen sei "ein entscheidendes Bindeglied für die Weiterleitung von Unterstützung an die Ukraine" und Schweden sei bereit, "Verantwortung für die Sicherheit in unserer unmittelbaren Umgebung zu übernehmen."
Saab JAS 39 Gripen - die Nutzer
Gefährliche Lage an der NATO-Ostflanke
Die Regierungsvertreter in Stockholm wiesen darüber hinaus auf die angespannte Sicherheitslage an der Ostflanke der NATO hin, die zuletzt verstärkt durch Drohnenaktivitäten und Luftraumverletzungen seitens Russland strapaziert worden sei.
Vor diesem Hintergrund, und angesichts der Ankündigungen aus Moskau, Waffenzentren für die Ukraine auch außerhalb von deren Landesgrenzen als legitime militärische Ziele zu betrachten, fürchten die verantwortlichen NATO-Kreise offenbar besonders um die Sicherheit des Umschlagplatzes Rzeszów. Mit den Gripen-Einsätzen möchte Schweden nach Aussage von Verteidigungsminister Pål Jonson seinen Beitrag leisten, "das Bündnis gegen militärische Bedrohungen abzuschrecken und zu verteidigen."

Die schwedischen Gripen fliegen ihre Einsätze über Polen primär von Südschweden aus - und werden unterwegs von A330-Tankern der NATO mit Kerosin versorgt.
Schon zum zweiten Mal im Einsatz
Während der auf zwei Monate angesetzten Kampagne wird das schwedische Kontingent dem Combined Air Operations Centre (CAOC) der NATO in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Uedem unterstellt sein.
Allerdings ist der Einsatz für Rzeszów, Polens wichtigstem Umschlagplatz für militärische Ausrüstung und andere Hilfsgüter, die in die Ukraine gehen, keine Premiere für die schwedischen JAS 39. Laut Regierungsmitteilung absolvierten die schwedischen Kampfjets bereits im vergangenen Jahr Missionen zum Schutz des Logistikzentrums und zur verstärkten Luftraumüberwachung über Polen.
Der Flughafen Rzeszów liegt rund 80 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Seit dem russischen Angriff Ende Februar 2022 werden westliche Hilfslieferungen primär von dort zur weiteren Verwendung ins Nachbarland verbracht.





