Die erste internationale Bestellung des in Südkorea entwickelten Kampfjets KF-21 Boramae zeichnet sich ab. Der indonesische Präsident Prabowo Subianto soll bei einem geplanten Besuch in Südkorea Ende März eine Absichtserklärung unterzeichnen, berichten heimische Medien. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hatte der südkoreanische Hersteller KAI (Korea Aerospace Industries) die ersten Gespräche zu Exporten bestätigt.
Deutlich reduzierte Bestellmenge
Allerdings unterscheidet sich die künftige Zusammenarbeit mit Indonesien erheblich von den ursprünglichen Plänen. Während Jakarta anfangs 48 Flugzeuge ordern wollte, soll die erste Tranche nur noch 16 Maschinen umfassen.
Indonesien war außerdem von Beginn an als Entwicklungspartner bei der KF-21 mit im Boot. Allerdings war diese Kooperation stets von Unstimmigkeiten, schlechter indonesischer Zahlungsmoral und Querelen geprägt. 2024 wurde die finanzielle Beteiligung Indonesiens am Entwicklungsprojekt für die Block-I-Variante reduziert. Statt der vereinbarten 20 Prozent trägt das Land mittlerweile nur noch 7,5 Prozent bei.
Wilde Mischung
Indonesien plant seit einiger Zeit exzessiv die Modernisierung seiner Luftflotte. Unter anderem soll das Land Dassault Rafale aus Frankreich, TAI KAAN aus der Türkei und Chengdu J-10C aus China erhalten. Außerdem hat die indonesische Luftwaffe ein Auge auf die M-346 F Block 20 von Leonardo geworfen.
Die Regierung in Jakarta bemüht sich um eine möglichst neutrale Position in der Weltpolitik und damit um strategische Unabhängigkeit. Als eines der wenigen Nationen der Welt unterhält Indonesien auch kulturelle Kooperation und diplomatische Beziehungen zu Nordkorea.
Mit der Beschaffung von Militärtechnik aus unterschiedlichen Ländern soll wohl vor allem Unabhängigkeit gewahrt werden, auch wenn damit die Ersatzteilbeschaffung, Wartung, Logistik und Zusammenarbeit innerhalb der Luftwaffe komplizierter werden. Welche der erwähnten Muster letztlich wirklich auf Indonesiens Fliegerhorsten platziert werden, bleibt allerdings abzuwarten.
Ein moderner Flugzeugtyp mit Stealth-Elementen
Die KF-21 Boramae ist ein zweistrahliges Kampfflugzeug, das Südkorea nach dem erfolgreichen FA-50-Programm als zweites eigenständiges Jet-Entwicklungsprojekt realisiert hat.
Die aktuelle Erstlingsversion nutzt eine Halb-Stealth-Bauweise mit einer auf reduzierte Radarsignatur abzielenden Zelle und soll die Zusammenarbeit zwischen bemannten und unbemannten Flugzeugen ermöglichen. Eine vollständige Stealth-Variante mit internen Waffenschächten ist für eine spätere Block-III-Version geplant, die in den 2030ern an den Start gehen soll. Seit Juli 2024 läuft die Serienproduktion; erste Auslieferungen an die südkoreanische Luftwaffe sind ab September 2026 vorgesehen.





