Ein C-130H-Transportflugzeug der kolumbianischen Streitkräfte stürzte am vergangenen Montagnachmittag unmittelbar nach dem Start vom Puerto Leguizamo-Caucayá Airport ab. Nach aktuellen Angaben von Militärbehörden kamen mindestens 66 Menschen ums Leben. Dutzende Verletzte befinden sich in medizinischer Behandlung.
Unglück in abgelegener Region
Der Vorfall ereignete sich in Puerto Leguizamo in der Amazonasprovinz Putumayo an der Grenze zu Ecuador und Peru. Die C-130H Hercules war mit insgesamt 125 Personen an Bord unterwegs, 114 davon Militärangehörige.
Die Hercules ging bereits kurz nach dem Abheben zu Boden. Behördenangaben zufolge ereignete sich der Absturz nur 1,5 Kilometer vom Startort entfernt.
Der Aufprall führte zur Detonation von an Bord befindlicher Munition, wodurch das Flugzeug in Flammen aufging.
Da die medizinische Infrastruktur in der Region begrenzt ist, wurden die Verletzten nach ihrer Erstversorgung in größere städtische Zentren transportiert. Flugzeugtransporte mit insgesamt 74 verfügbaren Betten wurden entsandt, um die Verwundeten in Krankenhäuser der Hauptstadt Bogotá und anderer größerer Städte zu bringen.
Der kolumbianische Verteidigungsminister Pedro Sanchez gab bekannt, dass derzeit kein Anschlag auf das kolumbianische Militär vermutet wird. Unklar bleibt hingegen die genaue Ursache des technischen Versagens.
Maschine stammt aus den USA
Die C-130 Hercules ist seit Jahrzehnten ein bewährtes Arbeitstier der kolumbianischen Luftwaffe. Erstmals kam die Maschine bereits in den späten 1960er Jahren zum Einsatz. In jüngerer Zeit hat Kolumbien einzelne ältere Exemplare durch modernere Varianten ersetzt, die von den USA geliefert wurden.
2020 übergab die US Air Force eine der Maschinen als Geschenk an Kolumbien. Die Kennung am Flugzeug (FAC1016) zeigt, dass es sich bei der abgestürzten Maschine um genau dieses 2020 übergebene Flugzeug der US Air Force handelt. Zum Zeitpunkt des Absturzes war die C-130H seit etwa 43 Jahren im Dienst.
Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro schrieb auf X nach dem Unglück, er wolle ein Dekret zur Modernisierung der Streitkräfte unterzeichnen. Er kritisierte auch den seiner Ansicht nach schlechten Zustand der Maschinen aus dem Ausland. "Die Streitkräfte müssen mit dem Allerbesten vom Allerbesten ausgestattet werden, nicht mit dem, was sie uns befehlen zu kaufen, oder was sie uns geben", schrieb er.
"Ich nehme Militärhilfe an, aber im Grunde geht es dabei darum, unsere eigenen Waffen herzustellen, um uns gegen jegliche Bedrohungen zu verteidigen", kritisierte er weiter. Flugzeuge finden sich im Portfolio der kolumbianischen Industrie allerdings nicht – weshalb Kolumbien neue Transportflugzeuge wohl oder übel wieder aus dem Ausland wird beschaffen müssen.





