US-Kampflugzeuge und Tanker dürfen den spanischen Luftraum nicht mehr überfliegen, wenn sie an Kriegshandlungen gegen den Iran beteiligt sind. Außerdem kündigte die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles an, dass die beiden Luftwaffenstandorte Morón und Rota auf spanischem Territorium künftig nicht für Operationen zur Verfügung stehen werden, die mit dem Krieg gegen den Iran in Verbindung stehen.
Wenigstens 15 Flugzeuge, die meisten davon Tanker, sollen Spanien seit der Ankündigung bereits verlassen haben und stattdessen bis auf weiteres in Deutschland und Frankreich stationiert bleiben. Deutschland reguliert die Nutzung des Luftraums und auch die Nutzung der Militärbasen auf deutschem Gebiet auch angesichts des Krieges gegen den Iran nicht.
Keine Beteiligung an Völkerrechtsbruch
Das Auswärtige Amt in Madrid begründet diese Entscheidung mit der Befürchtung vor einer weiteren Zuspitzung des Krieges. Schon seit Anfang des Jahres habe Madrid diese Position gegenüber den Vereinigten Staaten deutlich kommuniziert, erklärte Außenminister José Manuel Albares.
Pedro Sánchez, Spaniens Premierminister, ist einer der lautesten Kritiker des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran. Seit Beginn der Angriffe Ende Februar hat er diesen wiederholt als unverantwortlich und völkerrechtswidrig kritisiert. In einer im März ausgestrahlten Fernsehansprache bezog Sánchez sich auch auf vergangene bewaffnete Konflikte wie den Irakkrieg und bekräftigte, dass Spanien keinesfalls an völkerrechtswidrigen Kriegen teilnehmen werde.
Bereits Mitte März kündigte die spanische Regierung an, dass alle Flüge, die mit dem iranischen Einsatz verbunden seien, künftig nicht genehmigt würden. Dies betreffe auch Transportflugzeuge, die für Betankung zuständig sind.
Folgen für den Flugverkehr
Die Blockade zwingt amerikanische Flugzeuge zu Umwegen. Bomber, die vom britischen Stützpunkt Fairford aus operieren, müssen nun entweder über den Atlantik oder durch französischen Luftraum ausweichen. Der direkte Weg über die Iberische Halbinsel ist für diese Missionen nicht mehr verfügbar.
US-Außenminister Marco Rubio zeigte sich im Interview mit dem Fernsehsender Al Jazeera sichtlich gekränkt. "Es ist enttäuschend zu sehen, dass es in einer solchen Zeit der Not für die USA Länder wie Spanien gibt – ein NATO-Mitglied, das zugesagt hat, uns zu verteidigen – die sich weigern uns ihren Luftraum zu öffnen und damit prahlen", beschwerte er sich. Trotzdem seien die Kriegsziele weiterhin klar und die USA würden sie innerhalb "weniger Wochen" erreichen.





