Lockheed Martin in Greenville
F-16 Block 70 startet zum Erstflug

Lockheed Martins neue F-16-Version Block 70 ist am Dienstag in Greenville, South Carolina, zu ihrem Erstflug gestartet. 128 Aufträge liegen vor.

Die Lockheed Martin F-16 Block 70 startete am 24. Januar 2023 in Greenville zum Erstflug.
Foto: Lockheed Martin

Die Lockheed Martin Testpiloten Dwayne "Pro" Opella und Monessa "Siren" Balzhiser saßen im Cockpit, als der F-16D-Doppesitzer (Kennung RBAF 1611, in den Fotos wegretuschiert) um 9:17 Uhr Ortszeit abhob. Die Gesamtflugzeit betrug etwa 50 Minuten und umfasste Lufttüchtigkeitsprüfungen wie Triebwerks-, Flugsteuerungs- und Treibstoffsystemchecks sowie die grundlegende Handhabung des Flugzeugs.

Die für den Erstflug verwendete Maschine ist die erste F-16 Block 70 von 16 Jets, die an Bahrain geliefert werden – mit Verzögerung ab 2024. Sechs Länder haben sich für Flugzeuge des Blocks 70/72 (unterschiedliche Triebwerke) entschieden, neben Bahrain auch die Slowakei, Bulgarien, Taiwan, Jordanien und Marokko.

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Zusätzlich zu dem offiziellen Auftragsbestand von bisher 128 Jets, die in Greenville gebaut werden sollen, hat Jordanien im vergangenen Jahr über Foreign Military Sales einen Vertrag für acht Jets unterzeichnet und letzte Woche einen weiteren für zusätzliche Maschinen. Lockheed Martin hat einen Auftrag erhalten, um Langläuferteile für Jordaniens Flugzuege zu beschaffen. Bulgarien hat ebenfalls ein LOA (Letter of Offer and Accepance) für weitere acht Jets für seine Flotte unterzeichnet. Sobald diese abgeschlossen sind, wird sich der Auftragsbestand auf 148 erhöhen.

Der Block 70/72 verfügt über eine branchenweit führende verlängerte strukturelle Lebensdauer von 12000 Stunden – das sind mehr als 50 Prozent mehr als bei früheren F-16-Serienflugzeugen.

Das fortschrittliche APG-83 AESA-Radar von Northrop Grumman "stattet den Block 70/72 mit den Fähigkeiten eines Kampfflugzeugs der fünften Generation aus, indem es Hardware- und Software-Gemeinsamkeiten mit den AESA-Radaren der F-22 und F-35 nutzt", so Lockheed Martin.

Der Block 70/72 verfügt über ein neues, hochauflösendes Center Pedestal Display (CPD), das den Piloten wichtige taktische Bilder liefert und es ihnen ermöglicht, die Vorteile von AESA- und Targeting Pod-Daten voll auszuschöpfen. Das neue CPD ermöglicht farbige, bewegliche Karten, größere und leichter zu handhabende Luft-Luft-Lageanzeigen sowie Zoom-Funktionalität. Die zusätzliche Integration des Lockheed Martin Sniper Advanced Targeting Pod und des Legion-ES IRST-Systems erhöht das Situationsbewusstsein der Piloten.

Zu den Unterauftragnehmern der neuen F-16 Block 70 gehört auch IAI, das die Montagelinien für die F-16-Flügel, Seitenleitwerke und konforme Treibstofftanks wieder in Betrieb genommen hat. Vor der Wiedereröffnung der F-16-Montagelinien investierte IAI in die Modernisierung der Infrastruktur, die Verbesserung des Arbeitsumfelds und die Einführung neuer Werkzeuge.

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