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Luftmacht im Umbruch

Die russischen Luftstreitkräfte

Nach schwierigen Jahren will Russlands Präsident Putin den Luftstreitkräften neue Stärke verleihen. Langsam schreitet die Modernisierung des Inventars voran. Bis zum Jahr 2020 sollen 1600 neue Flugzeuge und Hubschrauber zur Flotte stoßen.

Ein Geburtstagsgeschenk der besonderen Art wollte der russische Präsident Wladimir Putin seinen Luftstreitkräften anlässlich deren 100-jährigem Bestehen machen: Trotz vorherrschender Sparzwänge verspricht er mehr als 600 neue Kampfflugzeuge und 1000 Hubschrauber, die bis 2020 geliefert werden sollen. Damit scheint die problematische Phase nach dem Ende der Sowjetunion endgültig vorbei. „Ich möchte meine Dankbarkeit jenen aussprechen, die unserer Luftfahrt in den schwierigen Zeiten der 90er Jahre und Anfang 2000 geholfen haben zu überleben, als die Flugzeuge lange Zeit am Boden blieben. Jetzt trainieren die Besatzungen und Einheiten sehr intensiv, und unsere strategischen Flugzeuge haben ihre regelmäßigen Flüge wieder aufgenommen“, sagte er anlässlich der Feierlichkeiten.

Kleiner, aber schlagkräftiger sollen die russischen Luftstreitkräfte, Wojenno-Wosduschnye Sily (transkribiert) werden. Schon im Jahr 2009 führten die Streitkräfte neue Strukturen ein, die auch die Konzentration mehrerer Einheiten auf jeweils einen Fliegerhorst beinhaltete. Die früher eigenständige Luftverteidigung wurde bereits 1999 integriert. Im Jahr 2003 folgten die Heeresflieger. Zudem gibt es Planungen, die Kampfjets der Marineflieger ebenfalls unter die Hoheit der Luftstreitkräfte zu bringen, die derzeit über ein Personal von rund 160000 Soldaten und Mitarbeiter verfügen dürften. Der Umfang ist natürlich von der Stärke in den Hochzeiten des Kalten Krieges weit entfernt und dürfte noch weiter zurückgehen.

Russische Armee mit eigener Flugabteilung seit 1912

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Das Jubiläum bezieht sich interessanterweise nicht auf die sowjetische Luftmacht, sondern auf die russische Armee, die im August 1912 eine eigene Flugabteilung gegründet hatte. Ihre ersten Flugzeuge kaufte die Russische Imperiale Luftflotte zwar bei Farman und Voisin in Frankreich, aber nach der Revolution nahm die Zahl der einheimischen Entwürfe stetig zu.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Fast alle derzeit im Einsatz befindlichen Typen unterlaufen einem Modernisierungsprogramm. Auch unbemannte Flugsysteme stehen im Mittelpunkt. Hinzu kommen neue Muster wie die Suchoi Su-34 oder die Hubschrauber Kamow Ka-52 und Mil Mi-28N. In Jahr 2012 wollte Generalmajor Viktor Bondarew, der Chef der Luftstreitkräfte, rund 180 neue Flugzeuge und Hubschrauber übernehmen, darunter zwölf Su-34 und 15 Jak-130. Im Jahr 2011 hatte man 120 zusätzliche Fluggeräte in Dienst gestellt. Darüber hinaus arbeitet die Industrie an neuen Projekten für Jäger wie der T-50, Bomber und Angriffsflugzeuge, um den Streitkräften in Zukunft noch mehr Schlagkraft zu verleihen. Der größte Hemmschuh bleibt indes die Finanzierung.

FLUG REVUE Ausgabe 10/2012

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