Die ukrainische MiG-29 war am Abend des 10. August im Luftraum über dem Verwaltungsbezirk (Rajon) Beresiwka in der Oblast Odessa auf der Jagd nach russischen Drohnen – als sie plötzlich selbst Feuer fing und kurz darauf über unbewohntem Gebiet am Boden zerschellte. Der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz, ukrainische Unfallermittler vom Staatlichen Ermittlungsbüro nahmen ihre Arbeit auf.
Gut zwei Monate später zeigt das Ermittlungsbüro Bilder der zerschellten MiG – und erhärtet in einer Pressemitteilung vom 13. Oktober den Verdacht, der bereits unmittelbar nach dem Crash die Runde machte: Möglicherweise war die Fehlfunktion einer bordeigenen Luft-Luft-Rakete ursächlich für den Absturz. Die Vermutung liegt nahe, dass sich die MiG-29 mit der Lenkwaffe buchstäblich selbst vom Himmel holte.
"Eine der möglichen Ursachen des Flugvorfalls war die Fehlfunktion einer Lenkrakete", schreibt das Staatliche Ermittlungsbüro, schränkt aber ein: "Laut Gesetzgebung bedarf diese Version noch der Bestätigung im Rahmen eines Strafverfahrens und durch entsprechende Untersuchungen."
Diese Untersuchungen sind augenscheinlich noch nicht abgeschlossen.
MiG-29 in der Ukraine
Ursachenforschung läuft noch
Laut eigenen Angaben konzentrieren sich die Ermittler bei ihrer Arbeit vor allem auf den sichergestellten Flugschreiber der MiG-29, die sogenannte "Blackbox". Außerdem warte man auf die Ergebnisse bestellter Gutachten von Sachverständigen, "die dazu beitragen sollen, die Ursachen und alle Umstände des Flugzeugabsturzes zu ermitteln."
Erst nach Erhalt und Auswertung aller Daten und Ergebnisse will sich die Untersuchungskommission hinsichtlich der Unfallursache auf eine endgültige Theorie festlegen.

Das Staatliche Ermittlungsbüro veröffentlichte Fotos der sichergestellten Wrackteile der MiG-29, die in der Oblast Odessa abstürzte.
Feuer an Bord der MiG-29
Nach bisher öffentlich bekanntgewordenen Erkenntnissen flog die MiG-29 am besagten Abend des 10. August 2026 einen Kampfeinsatz gegen russische Angriffe auf die Region. Beim Abfeuern einer Luft-Luft-Rakete auf ein gegnerisches Ziel, die Rede ist von einer russischen Drohne, geriet der ukrainische Kampfjet jedoch selbst in Brand.
Der Sowjet-Fighter in Diensten der ukrainischen Luftwaffe erlitt während eines Kampfeinsatzes "eine nicht standardmäßige Situation" an Bord und stürzte dann ab, wie offizielle Stellen kurz nach dem Crash mitteilten. Der Pilot habe infolge des Brandes die Kontrolle über sein Flugzeug verloren, soll bei seinem Ausstieg aber weitgehend unverletzt geblieben sein. "Sein Leben ist nicht in Gefahr", bestätigte auch das Staatliche Ermitlungsbüro.
Klemmte die Rakete?
Nach bisheriger Faktenlage liegt es nahe, dass die von der MiG gegen die feindliche Drohne abgefeuerte Luft-Luft-Rakete beim Abschuss zwar zündete, sich danach allerdings nicht wie geplant vom Flugzeug löste – und mit ihrem gezündeten Feststofftriebwerk die MiG-29 in Brand setzte.
Wann die Ermittler mit belastbaren Beweisen für (oder gegen) diese Theorie an die Öffentlichkeit gehen, bleibt unklar. Die Tatsache, dass das Ermittlungsbüro zum Zwischenstand der Ursachenforschung eine Pressemitteilung herausgab, lässt aber annehmen, dass auch die finalen Ergebnisse offiziell bekanntgegeben werden.





