Das Militärregime in Myanmar hat Anfang März neue Kampfflugzeuge in Dienst gestellt. Bei einer Zeremonie in der Stadt Meiktila wurden zwei russische Mehrzweckkampfflugzeuge Suchoi Su-30 und zwei chinesisch-pakistanische K-8W-Angriffsflugzeuge offiziell in die Flotte aufgenommen, wie der nationale Verteidigungs- und Sicherheitsrat des Landes bekannt gab. Wann genau die Maschinen an Myanmar übergeben wurden, ist unklar.
Dies ist bereits das sechste Mal seit dem Militärputsch gegen die gewählte Regierung im Februar 2021, dass das Militär neue Flugzeuge in Dienst stellt. Seit dem Putsch herrscht im Land ein Bürgerkrieg.
Regelmäßige Luftangriffe
Das Militär fliegt immer wieder Luftangriffe, um Gebiete innerhalb des Landes zurückzuerobern und gegen abtrünnige ethnische Gruppen und Regierungsgegner vorzugehen. Oppositionsgruppen und internationale Menschenrechtsorganisationen berichteten von zahlreichen Toten, darunter Zivilisten und gefangengenommene Soldaten, durch jüngste Luftangriffe des Militärs im Westen und Süden des Landes.
Russland und China sind die Hauptlieferanten der Militärregierung. Dass Myanmar von Russland Kampfflugzeuge erhält, ist nichts Neues. Basierend auf einem Vertrag von 2018 lieferte Russland regelmäßig Su-30 an die Militärregierung. Bis Ende 2024 sollen sechs Jets übergeben worden sein. Myanmar nutzt auch als erster ausländischer Betreiber die russischen Mi-38T-Hubschrauber.
Leichtes Angriffsflugzeug K-8W
Die leichte K-8W ist anders als die großen, schweren Su-30 seit den 1990er Jahren Teil der Luftwaffenflotte des Landes. Über 100 Flugzeuge wurden damals von China erworben, unter anderem die K-8 sowie F-7-Abfangjäger.
Die K-8W ist ein Leichtangriffsflugzeug, das von China und Pakistan gemeinsam entwickelt wurde. Das Flugzeug kann Geschwindigkeiten von etwa 800 Kilometern pro Stunde erreichen und operiert in Höhen bis zu 13.000 Metern.
Die Reichweite beträgt etwa 2.200 Kilometer. Das Flugzeug ist in der Lage, 250-Pfund- und 500-Pfund-Bomben sowie 57-Millimeter-Raketen zu transportieren. Das Militär nutzt die K-8W sowohl für Pilotenausbildung als auch für Luftschlagmissionen.
Attacken trotz Kerosin-Embargo
Seit dem Militärputsch 2021 hat das Regime intensive Luftangriffe gegen Oppositionskräfte und Zivilisten unternommen. Über 5.000 Attacken sollen bis 2025 geflogen worden sein. Schätzungen über Todesopfer liegen bei über 3.000 Zivilisten.
Westliche Staaten haben Waffenembargos gegen die myanmarische Junta verhängt. Dies zwingt das Regime, sich bei der militärischen Ausrüstung vollständig auf Moskau und Peking zu verlassen. Auch die Lieferung von Kerosin ins Land ist von den Embargos betroffen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Regierung keine Luftschläge gegen die Zivilbevölkerung nutzen kann. Allerdings gelingt es über mehrere Routen immer wieder, Kerosin zu beschaffen, berichtete unter anderem Amnesty International.





