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Neuer Vertrag mit späteren Lieferungen

Nochmal hunderte Millionen Euro für die A400M

Airbus A400M der Luftwaffe. Foto: Luftwaffe

Die Kundenländer machen Airbus beim stark verzögerten und mit technischen Problemen behafteten A400M-Programm wieder einmal finanzielle Zugeständnisse. Auch der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages billigte nun mehr Geld.

Laut Bundesministerium der Verteidigung hat man sich mit der Industrie nach zweijährigen Verhandlungen auf neue Verträge geeinigt, „das Programm neu auszurichten und die Planung an die Projektrealität anzupassen“. Die Kontrakte werden voraussichtlich auf der Luftfahrtschau in Paris unterschrieben.

Für Deutschland heißt dies, noch einmal „mehrere hundert Millionen Euro“ zu zahlen. Im Ergebnis wird die Auslieferung der verbleibenden A400M gestreckt, mehr Flugzeuge erhalten eine taktische Ausstattung, und es wird ein DIRCM-Selbstschutzsystem gekauft.

Im Einzelnen wurde vereinbart, die komplette Auslieferung an die Luftwaffe um sechs Jahre zu strecken. Statt bisher 2020 sollen alle Maschinen nun bis 2026 ausgeliefert werden.

Im Gegenzug wurde ein detaillierter Abmahnprozess definiert, wenn die Maschinen verspätet oder nicht vollständig ausgeliefert werden sollten, so das Verteidigungsministerium. So wurde allerdings die Basis für Strafzahlungen wieder auf null gestellt, denn schon bei den bisherigen langen Verzögerungen waren Kompensationen vereinbart.

Parallel wurde ein verbindlicher Triebwerksstandard für das Europrop TP400D-6 mit verbesserten Propellergetriebe und verbesserten Drehmomentsensoren definiert. Alle A400M, die ab Juli 2022 ausgeliefert werden, sollen ab Werk über Triebwerke mit diesem Standard verfügen, heißt es.

Alle weiteren Nachrüstaktivitäten für die gesamte deutsche A400M Flotte sollen bis zum April 2027 abgeschlossen sein. Dazu sollen die einzelnen Flugzeuge maximal zwei Mal zu Airbus ins Werk nach Manching, Sevilla oder Madrid. Kleinere Nachrüstaktivitäten sollen direkt im Verband durchgeführt werden.

Insgesamt 13 logistische Airbus A400M sollen durch zusätzliche Ausstattungskomponenten in eine taktische Version umgebaut werden. Acht davon sollen im Rahmen der Serienproduktion aufgerüstet und zwischen November 2022 und Februar 2026 ausgeliefert werden.

Das Bundesministerium der Verteidigung beabsichtigt zudem mit der Airbus Defence and Space GmbH einen Vertrag über die Beschaffung der Selbstschutzausrüstung „Directed Infrared Counter Measures“ (DIRCM) mit einem Finanzvolumen von rund 270 Millionen zu schließen.

Von dem Geld sollen insgesamt 24 A400M der taktischen Version zusätzlich zur bestehenden Selbstschutzausrüstung mit einem System zur Abwehr störresistenter Flugkörper ausgerüstet werden.

Der Grünen-Haushaltspolitiker Tobias Lindner bewertete die Einigung kritisch. „Vor dem Hintergrund, dass vor allem Airbus für die erheblichen Probleme und Verzögerungen beim A400M verantwortlich ist, verbietet sich eigentlich jedes finanzielle Zugeständnis an das Unternehmen“, sagte er Reutes. „Der Preis für diese Neujustierung ist hoch, da Mehrkosten für Airbus auf 180 Millionen Euro gedeckelt wurden und die Steuerzahler die Millionen darüber hinaus nun übernehmen sollen.“

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