Viel Geld für Rüstung: Das Weiße Haus hat seinen Haushaltsentwurf für das Geschäftsjahr 2027 vorgelegt. Darin enthalten ist ein Rüstungspaket in Höhe von 1,5 Billionen Dollar. Das ist der größte Militärhaushaltsantrag in der modernen US-Geschichte und gleichzeitig eine Steigerung von 42 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr.
Das Budget sieht unter anderem den Kauf von 85 Kampfjets vom Typ F-35 Lightning II vor. Die sollen allerdings nicht alle an die Air Force gehen. Die größte Luftwaffe der Welt erhält davon lediglich 38 Exemplare der Variante A, so sieht es der Beschaffungsplan des Verteidigungsministeriums vor. Der Rest geht an Navy und Marine Corps. Die zur Senkrechtelandung fähige F-35B wird in den USA ausschließlich vom Marine Corps betrieben.
Die Air Force hatte 2025 selbst um 48 Maschinen gebeten und forderte dann doch nur die Hälfte. Damit erhält die Air Force 2027 wieder zehn Flugzeuge weniger, als sie für dieses Jahr eigentlich haben wollte.
Im Durchschnitt sind US-Kampfflugzeuge 28 Jahre alt, manche davon haben deutlich mehr als 40 Jahre Dienst hinter sich. Außerdem betreiben die USA derzeit eine deutlich kleinere Flotte als während des Kalten Krieges. Gleichzeitig sind die Jets durch verschiedene Einsätze und Kriege stark ausgelastet.
Der Rüstungsetat für Flugzeugbeschaffungen ist 2027 mit 30,6 Milliarden Dollar dotiert. Die Summe verteilt sich allerdings auf mehrere Großprojekte, die Modernisierung von Flugzeugen im Einsatz und Flugzeugersatzteile.
Investitionen in F-47 und B-21
Die Air Force investiert derzeit gleichzeitig in die Entwicklung eines Kampfflugzeugs der sechsten Generation, der F-47, sowie in den neuen Langstreckenbomber B-21 Raider, das Sentinel-Interkontinentalraketen-Programm und verschiedene experimentelle Drohnen-Systeme.
Mit der Beschaffung weiterer F-35 werden Kapazitäten der Air Force nicht ausgebaut, sondern erhalten. In den kommenden Jahren sollen unter anderem die A-10 Thunderbolt, die in den vergangenen Wochen in diversen Rollen im Iran im Einsatz war, und die B-1 Bomber ausgemustert werden.
Die F-15E Strike Eagle sollen trotz eigentlicher Ausmusterungspläne noch bis in die 2030er-Jahre in der Flotte verbleiben. Die Kapazitäten werden weiterhin gebraucht.
Die Lieferungen der neuen F-35 Lightning II kamen in den vergangenen Jahren immer wieder zu spät bei der US-Luftwaffe an. Das Upgrade-Programm verzögert sich ebenfalls. Gerüchten zufolge werden neue F-35 seit Mitte 2025 sogar ohne Radarsystem an die Truppe geliefert. Die Air Force dementierte dies jedoch.
Nuklearpogramm bekommt mehr Budget
Das Verteidigungsministerium will außerdem mehr Geld für das Atomwaffenprogramm. "Um die Abschreckung gegenüber Amerikas Gegnern aufrechtzuerhalten, erhöht der Haushalt die Mittel für das Nuklearprogramm des Verteidigungsministeriums", heißt es in dem Entwurf. Es ist eine Modernisierung und Diversifizierung der Nuklearstreitkräfte sowie die Erneuerung der nuklearen Führungs-, Kontroll- und Kommunikationskapazitäten vorgesehen.
Die USA betreiben eine Reihe von Kampfjets, die Nuklearwaffen tragen können. Die F-35A ist allerdings das einzige Kampfflugzeug der fünften Generation, das zertifiziert ist, die präzisionsgesteuerte thermonukleare B61-12 zu tragen.
US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, Atomwaffentests in Nevada wieder aufnehmen zu wollen. Die USA prüfen das Vorhaben derzeit.
Kongress muss über Haushalt entscheiden
Um das geplante Riesenbudget des Pentagons zu finanzieren, schlug das Weiße Haus eine Reihe von Kürzungen bei zivilen Programmen vor. Vor allem in die Bereiche Bildung, Heizkostenbeihilfe und medizinische Forschung soll weniger Geld fließen.
In Stein gemeißelt ist der Haushalt mit dem neuen Entwurf noch nicht. Er legt allerdings die Prioritäten der Regierung fest, bevor der Kongress den eigentlichen Haushalt beschließt.





