Hyperschallflugzeug aus Deutschland: Bundeswehr-Auftrag für Polaris

Bundeswehr-Auftrag für Polaris
Wiederverwendbares Hyperschallflugzeug aus Deutschland

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.01.2026
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Konzeptzeichnung des Überschallflugzeugs Vega
Foto: POLARIS Raumflugzeuge

Das Bundesamt für Ausrüstung der Bundeswehr (BAAINBw)hat POLARIS Spaceplanes den Auftrag erteilt, ein zweistufiges Hyperschallsystem zu bauen und zu testen. Der erste Flug ist bereits für Ende 2027 geplant.

Das Projekt umfasst einen horizontal startenden, vollständig wiederverwendbaren Flugkörper. Das HYTEV genannte System soll als Testplattform für verteidigungsbezogene und wissenschaftlich-institutionelle Forschung dienen. Mit einer Einweg-Oberstufe soll es zusätzlich kleine Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen bringen können.

Der Auftrag deckt zunächst die Designphase ab und enthält Optionen für Fertigung und Flugerprobung des Systems in Originalgröße. Die primäre Verwendung liegt im Bereich Hyperschall-Tests und Experimente, die Satellitenstartfunktion ist sekundär.

Das Fluggerät entspricht in Größe und Startmasse in etwa einem Kampfjet. Für Start und Landung sind zwei Turbofan-Triebwerke installiert, ein Aerospike-Raketentriebwerk übernimmt die Beschleunigung vor Abtrennung der Oberstufe. Die zweite Stufe nutzt konventionelle Raketentriebwerke und kehrt nach Abschluss der Mission im Gleitflug oder per Fallschirm zurück.

Die Konzeptentwicklung erfolgte 2024 und 2025 im Rahmen früherer BAAINBw-Aufträge. Ein im Februar 2025 vergebener Vertrag befasste sich konkret mit dem Design eines Hyperschall-Forschungsflugzeugs. Firmenintern wird noch die Bezeichnung VEGA verwendet.

Parallel arbeitet POLARIS an weiteren Systemen: AURORA soll mit einer Stufe ähnliche Leistungen erbringen und Nutzlasten bis zu einer Tonne transportieren. Gemeinsam mit Diehl Defence entwickelt das Unternehmen zudem AirLAS, eine Drohnenplattform. Ein separater Auftrag finanziert ein Luftbetankungssystem für POLARIS-Fluggeräte.

Das Unternehmen hat bislang 12,4 Millionen Euro an Investitionskapital eingeworben und verfügt über Kundenverträge im Umfang von 11,8 Millionen Euro. Für die Technologieentwicklung wurden sieben Demonstratoren in verschiedenen Größen gebaut und geflogen, insgesamt absolvierten die Systeme rund 200 Testflüge.

Der Wehrbericht 2024 der Bundeswehr formulierte die Absicht, als Ankerkunde zur Realisierung solcher Projekte beizutragen. Der aktuelle Vertrag setzt dies um. Angaben zur Auftragshöhe liegen nicht vor.