SIGINT-Programm Pegasus
Bombardier arbeitet an Aufklärer für Luftwaffe

Bombardier führt im Rahmen des Pegasus-Programms in Wichita umfangreiche strukturelle Änderungen an der Global 6000 durch, um sie für die Ausrüstung mit SIGINT-Sensoren von Hensoldt vorzubereiten.

Bombardier modifiziert in Wichita drei Global 6000 für das Pegasus-Programm.
Foto: Bombardier

Eine von drei Global 6000 traf nun nach der Fertigstellung in Montreal (Flughafen Pierre-Ellitot Trudeau) für die Modifikationsarbeiten in Kansas ein. Es geht darum, die Voraussetzungen für den Einbau des von Hensoldt entwickelte "Kalætron Integral"-Signalaufklärungssystem (SIGINT) zu schaffen, das militärische Signale von Radar- und Funksystemen sammelt und analysiert.

Die Integration dieses Systems wird anschließend im Kompetenzzentrum für Sondereinsatzflugzeuge der Lufthansa Technik in Hamburg durchgeführt. Bombardier hat seit der Auswahl des Flugzeugs für das Programm im Jahr 2020 formal bereits alle drei Global 6000 Jets an Lufthansa Technik ausgeliefert"Wir sind stolz darauf, dass das Pegasus-Projekt ((Persistant German Airborne Surveillance Systems) mit den immensen Fortschritten bei der Entwicklung in den letzten zwölf Monaten in die nächste Phase geht", sagte Jürgen Halder, Vice President Air SIGINT bei Hensoldt. "Gemeinsam mit unseren Partnern Bombardier Defense und Lufthansa Technik sind wir entschlossen, das hohe Tempo beizubehalten ..."

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Der Vertrag für Pegasus (SLWÜA, signalerfassenden luftgestützten weiträumigen Überwachung und Aufklärung)wurde vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) am 29 Juni 2021 geschlossen. Er umfasst neben den Flugzeugen die Lieferung einer Auswerteanlage, eines Referenzsystems und einer Ausbildungsanlage. Die Bereitstellung des ersten Systems ist für das Jahr 2026, der Abschluss der Lieferung für 2028 vorgesehen.Die Kosten sollen bei 1,54 Milliarden Euro liegen.

Seit der Außerdienststellung des Aufklärungsflugzeuges Breguet Atlantic SIGINT (BR 1150ATL SIGINT) zum 30. Juni 2010 steht der Bundeswehr kein luftgestütztes System zur signalerfassenden Aufklärung (SIGINT: Signals Intelligence) zur Verfügung. Diese bestehende Fähigkeitslücke soll Pegasus nun schließen. "Das Projekt sichert und fördert den Kompetenzerhalt für Nationale Schlüsseltechnologien entsprechend des Strategiepapiers der Bundesregierung zur Stärkung der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie", heißt es.

Die Global kommen zum Einsatz, nachdem man sich von UAV-Lösungen (EuroHawk) verabschiedet hat. Missionsspezifische Versionen der Global-Flugzeuge sind bei zahlreichen Militärkunden im Einsatz und haben in den letzten zehn Jahren Tausende von Einsätzen absolviert.

Das Pegasus-Programm bedeutet für Bombardier in Wichita einen wichtigen Auftrag, nachdem dort die Fertigung der Learjets ausgelaufen ist. Die neue Aufgabe des Werks – Flugzeugmodifikationen für Bombardier Defence – wurde im April 2022 bekanntgegeben. Bombardier Defense wird die Tests und die erforderliche Zertifizierung der modifizierten Flugzeuge durchführen. Im Rahmen dieses Programms wird Lufthansa Technik die Systemintegration für Hensoldt durchführen und unterstützen, zusätzlich zu den an Bombardier Defense vergebenen Entwicklungs- und Modifikationsarbeiten.

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