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Die F/A-18 Hornet der Schweizer Luftwaffe stehen nun ständig für QRA-Starts bereit. Schweizer Luftwaffe

Luftpolizeidienst in der Schweiz jetzt rund um die Uhr

Schweizer Luftwaffe Luftpolizeidienst jetzt rund um die Uhr

Ab dem 31. Dezember stehen nun auch in der Schweiz zwei bewaffnete Kampfjets 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche für Alarmstarts bereit.

Das Projekt Luftpolizeidienst 24 (LP24) ist damit "erfolgreich und termingerecht umgesetzt", so das Verteidigungsministerium in Bern. Dies dauerte basierend auf der Motion von Ständerat Hans Hess und dem daraus folgenden Auftrag aus dem Parlament allerdings vier Jahre.

Der erste Schritt erfolgte im Jahr 2016: Während 50 Wochen standen zwei Flugzeuge an Wochentagen von 8 bis 18 Uhr bereit. 2017 wurde diese Präsenz auf 365 Tage ausgeweitet. Seit Beginn 2019 stehen die Jets bereits von 6 bis 22 Uhr in Bereitschaft und per Ende 2020 erfolgt nun der Ausbau auf 24 Stunden während 365 Tagen im Jahr.

Der Hauptstandort für den permanenten Luftpolizeidienst, der mit Umsetzung des Projektes LP24 zukünftig wie fast überall auf der Welt als "Quick Reaction Alert (QRA)" bezeichnet wird, ist der Militärflugplatz Payerne. Unter besonderen Umständen (beispielsweise bei Pistensperre in Payerne für Sanierungsarbeiten) erfolgen die Luftpolizeieinsätze alternativ ab Emmen oder Meiringen.

Da aufgrund der Bereitschaftszeiten LP24 nun rund um die Uhr technisches Personal wie Flugzeug-Mechaniker für die Alarmbereitschaft zur Verfügung steht, können zusätzliche Wartungsarbeiten ausserhalb der ordentlichen Betriebszeiten an der F/A-18 Flotte durchgeführt werden. Dank dieser Synergie wird die Flottenbereitschaft nun laufend erhöht, was wiederum der Ausbildung sowie der Einsatzbereitschaft der Luftwaffe zugutekommt, so das Verteidigungsministerium.

Für den Vollausbau Ende 2020 wurden rund 100 zusätzliche Stellen bei der Luftwaffe, Logistikbasis der Armee und Führungsunterstützungsbasis benötigt. Die Mehrkosten belaufen sich auf etwa 30 Millionen Franken pro Jahr. Dieser Betrag setzt sich hauptsächlich aus Personalkosten, Kosten für die Flugsicherung und Betriebskosten zusammen.

Im Jahr 2020 flog die Luftwaffe 15 "Hot Missions" und 290 "Live Missions". Bei ersteren handelt es sich um «Blaulicht-Einsätze» welche aufgrund von Luftfahrzeugen, die die Lufthoheit der Schweiz verletzen oder die Luftverkehrsregeln in schwerwiegender Weise missachten, ausgelöst werden. Die «Live Missions» hingegen sind stichprobenweise Kontrollen von ausländischen Staatsluftfahrzeugen, welche die Schweiz nur mit einer diplomatischen Freigabe (Diplomatic Clearance) überfliegen dürfen.