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Second-Hand-Fighter

Angolas Luftwaffe besitzt nun zwölf Su-30

Foto: 558th Aircraft repair plant

Angola hat die letzten beiden seiner zwölf georderten Suchoi Su-30 erhalten. Die finale Lieferung erfolgte bereits im April, wurde aber erst jetzt offiziell bekanntgegeben. Taufrisch sind die Maschinen nicht mehr: Sie flogen bereits in den Neunzigerjahren für die Indian Air Force.

Die Luftstreitkräfte Angolas haben dringenden Modernisierungsbedarf: Noch immer wird ihre Speerspitze von veralteten Kampfjets sowjetischer Bauart gebildet. Mit jeweils knapp 20 Exemplaren dominieren dabei die Cold War-Haudegen MiG-21 und MiG-23 das Bild.

Doch dieses Bild soll sich künftig ändern, die Kampfkraft der angolanischen Luftwaffe nachhaltig gestärkt werden. Da es dem afrikanischen Staat an finanziellen Mitteln mangelt, großzügig Neuware einzukaufen, hat Angola bereits 2013 auf dem Gebrauchtmarkt zugeschlagen: Damals hatte man mit Russlands Rüstungs-Exporteur Rosoboronexport einen Deal über den Kauf von zwölf Suchoi Su-30K abgeschlossen. Wie die russische Nachrichtenagentur Tass nun berichtet, sind die beiden letzten Maschinen dieser Bestellung bereits im April in Angola eingetroffen – und zwar per Luftfracht. Die ersten zwei Su-30 hatte die angolanische Luftwaffe im September 2017 erhalten.

Upgrade auf den neuesten Stand

Alle für Angola vorgesehenen Su-30K wurden vor ihrer Auslieferung nach Afrika im weißrussischen Baranowitschi zumindest teilweise auf den modernisierten Standard Su-30SM hochgerüstet. Das dort ansässige 558. Luftfahrt-Reparaturzentrum (ARZ) war bereits zu Sowjetzeiten maßgeblich mit der Wartung und Reparatur der Su-27 und ihrer Derivate betraut. Allerdings ist nicht klar, inwieweit die angolanischen Su-30K tatsächlich an den SM-Standard angeglichen wurden. Die „originale“ Su-30SM besitzt eine verbesserte Avionik mit Glascockpit und Bars R-Radar, außerdem die charakteristischen Canard-Vorflügel und eine Schubverkorsteuerung. Zumindest die Canards (und wohl auch die Vektorsteuerung) fehlen den nach Angola gelieferten Maschinen jedoch nach wie vor. Gemäß dem Portal „Russian Aviation“ besitzen die modernisierten Su-30 aber zwölf Waffenaufhängungspunkte unter Rumpf und Tragflächen, die den Einsatz eines breiten Raketenarsenals erlauben – darunter die Luft-Boden-Raketen X-31A und X-31P zur Bekämpfung von Schiffen und Radarstationen sowie die Luft-Luft-Lenkwaffe Wympel R-77. Zum Selbstschutz sei jeder der angolanischen Fighter darüber hinaus mit einem Störsender ausgestattet.

Foto: Alexey Voevodin
Zwölf Su-30K haben die Angolaner übernommen. Das Bild entstand bei der Übergabe der ersten beiden Exemplare im September 2017.

Gebrauchtflugzeuge aus Indien

Zusammen mit den Suchois schickte Rosoboronexport auch einen Flugsimulator und ein weißrussisches Lehrteam nach Angola, das den Betrieb der angolanischen Su-30 vorerst koordiniert. Ursprünglich waren die Flugzeuge als Su-30K und Su-30MK für die indische Luftwaffe gebaut worden, basierend auf einem Vertrag aus dem Jahr 1996. Dieser sah vor, dass Indien die Maschinen zurückgeben konnte, sobald eine ausreichende Anzahl der speziell für Indien entwickelten, moderneren Version Su-30MKI verfügbar war. 2006 stellte Indien die zwischen Mai 1997 und Dezember 1999 gelieferten Flugzeuge außer Dienst. Seitdem warteten sie in Russland auf neue Aufgaben. Rosoboronexport bot die Second-Hand-Jets wiederholt mehreren afrikanischen Staaten an, bis Angola schließlich 2013 anbiss und zwölf Maschinen kaufte. Sechs weitere von Indien zurückgegebene Su-30 warten dagegen immer noch auf einen Käufer.

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