Der Ukraine gehen die F-16 aus - Luftwaffe beklagt Verschleiß durch intensiven Einsatz

Intensiver Einsatz fordert Tribut
Ukraine klagt über Verschleiß ihrer F-16-Kampfjets

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.10.2026
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Die Lockheed Martin F-16 gilt in der Ukraine als wirksame Waffe im Abwehrkampf gegen russische Drohnen und Marschflugkörper. Doch der Klarstand der betagten Fighting Falcons, es sollen bislang wohl 37 Stück sein, bereitet den Ukrainern zunehmend Sorgen. Im Angesicht verstärkter Angriffe des Gegners kann die ukrainische Luftwaffe nur einen Teil ihrer F-16-Flotte einsetzen – mehr als die Hälfte der Kampfjets, so berichtete in der vergangenen Woche das Wall Street Journal, sei wegen Wartungsstau zum Nichtstun verdammt.

In der Ukraine selbst wollte man die prekäre Lage rund um die F-16 zunächst nicht offiziell bestätigen. Am 6. Oktober berichtete die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform jedoch über die Sitzung eines "Provisorischen Untersuchungsauschusses" in der Werchowna Rada, dem Parlament der Ukraine in Kiew. Dort war mit Oberst Jurij Tscherewaschenko der Stellvertretende Befehlshaber der ukrainischen Luftwaffe geladen.

Tscherewaschenko bestätigte auf Nachfrage, "die ständige Einsatzbereitschaft der Flugzeuge aufrechtzuerhalten", sei "eine sehr schwierige Aufgabe." Der intensive Einsatz der F-16 fordere seinen Tribut, der Verschleiß sei enorm, die Ressourcen gingen zur Neige, so Tscherewaschenko laut Ukrinform.

F-16 extrem stark beansprucht

Das Hauptproblem der F-16 liege in der verzögerten Wartung und einer begrenzten Lebensdauer – erst recht unter den harten Bedingungen des Kampfeinsatzes. Die ukrainischen F-16 würden im Einsatzalltag "extrem stark beansprucht", unterstrich Tscherewaschenko.

Damit bestätigte der Oberst weitgehend die Informationen des Wall Street Journal – und betonte in der Anhörung außerdem, die Hilfe ausländischer Partner sei "von entscheidender Bedeutung für uns."

F-16AM der ukrainischen Luftwaffe beim Start mit Nachbrenner.
Ukrainische Luftwaffe

Instandsetzung dauert zu lange

Genau hier liegt aber auch das Problem für die Ukraine, denn für die Wartung der ukrainischen F-16 hatte das US-Kriegsministerium im Februar dieses Jahres – im Rahmen eines "Foreign Military Sales"-Geschäfts – das belgische Unternehmen Sabena Aerospace Engineering unter Vertrag genommen. 235 Millionen Euro umfasste der Deal laut offiziellen Angaben.

Die Belgier aber kommen mit der Instandsetzung der ukrainischen F-16 augenscheinlich nicht hinterher. Das Wall Street Journal schreibt, Sabena benötige bis zu 40 Wochen für Arbeiten, die normalerweise nur zwei bis sechs Wochen in Anspruch nähmen. Auch die Versorgung mit Ersatzteilen sei ein Problem.

Wenn die Entwicklung so weiter laufe, könnten der Ukraine bis Jahresende die einsatzbereiten F-16 ganz ausgehen, unkte die Zeitung unter Verweis auf Insiderquellen.

F-16 Fighting Falcon belgien im Flug
Patrick Hoeveler

Unterstützung angekündigt

Immerhin sollen laut Präsident Wolodymyr Selenskyj zeitnah – wenngleich mit mehreren Jahren Verspätung – drei F-16 aus belgischen Beständen an die Ukraine übergeben werden und die Reihen etwas auffrischen. Zudem kündigte der niederländische Ministerpräsident Rob Yetten laut Ukrinform an, die ukrainische Luftwaffe bei der Wartung der F-16 sowie der Versorgung mit Ersatzteilen und Munition zu unterstützen.