Upgrade für A-10-Kampfjet trotz geplanter Ausmusterung - neue Fähigkeit für Iran-Einsatz

Upgrade für Kampfjet trotz Ausmusterung
A-10 Thunderbolt II erhält neue Fähigkeit

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.04.2026
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Zu langsam, zu verwundbar: die Fairchild A-10 Thunderbolt II ist der Führungsriege der US Air Force schon seit längerem ein Dorn im Auge. Daher gab es in den letzten Jahren mehrere Anläufe, sich von dem ehemaligen Panzerknacker zu trennen. Der Kongress verhinderte lange diese Bemühungen, doch das Ende des auch Warzenschwein genannten Musters rückt immer näher. Im vergangenen Jahr nahm das Pentagon im Haushaltsentwurf einen erneuten Anlauf und will die geplante Ausmusterung um zwei Jahre vorziehen. Immer mehr Staffeln haben sich bereits von dem Muster verabschiedet. Im Frühjahr führte die USAF schließlich auf der Hill AFB in Utah die letzte Depotinstandsetzung des Typs durch und löste die zuständige Einheit auf.

Trotzdem stellt die A-10C während der Operation Epic Fury ihre Vorzüge unter Beweis, sei es bei der Bekämpfung von Drohnen, Seezielen oder der Unterstützung von Rettungsmissionen von hinter feindlichen Linien abgestürzten Besatzungen. Erst vor kurzem verlegte die US-Luftwaffe weitere Exemplare aus den USA über Lakenheath in Großbritannien in den Nahen Osten. Wie wertvoll der Jet nun eingeschätzt wird, zeigt sich auch an der Tatsache, dass er noch eine technische Umrüstung erhält.

A-10 Thunderbolt II am Boden von vorne
US Air Force

Neue Luftbetankungsfähigkeit

Bis dato lässt sich die A-10 nur mittels der bei der USAF üblichen Methode betanken. Hier koppelt sich das Flugzeug an die ausgefahrene Sonde eines Tankauslegers an. Die Empfangsöffnung ist vor dem Cockpit angeordnet. Damit war die Betankung über das Schlauch-und-Korb-System, wie es die US Navy und viele NATO-Staaten nutzen, nicht möglich. Dies ändert sich jetzt mit der Einführung eines speziellen Adapters.

A-10 Thunderbolt II mit neuer Luftbetankungssonde im Flug
US Air Force

Tanken an Hercules möglich

Die Vorrichtung wird auf die Betankungsöffnung gesetzt und enthält einen klassischen Luftbetankungsstutzen. Den Probe Refueling Adapter hatte das Air National Guard Air Force Reserve Command Test Center (AATC) aufgrund einer dringenden Anforderung (vermutlich durch den Iran-Krieg) innerhalb kürzester Zeit entwickelt und getestet. Damit lässt sich die A-10 unter anderem von der HC-130 Hercules betanken, was den Einsatzradius gerade in vorgelagerten Einsatzgebieten oder bei Spezialmissionen erhöht. Der erste Flugtest mit einer Hercules der 418th Flight Test Squadron am 2. April verlief erfolgreich.

Montage in Stunden

Zudem erhöht sich die Planungsflexibilität, den aufgrund der noch ausstehenden Zulassung für die Boeing KC-46A Pegasus konnte die Thunderbolt II nur von der KC-135 betankt werden. Der Adapter lässt sich laut AATC von normalem Technikpersonal innerhalb von Stunden auf der Flightline ein- oder ausbauen. "Sobald das Einsatzkommando die Anforderung erteilt hatte, liefen alle üblichen Beschaffungsprozesse sofort an, aber alle Beteiligten waren sich der Dringlichkeit bewusst", sagt Lieutenant Colonel Luke Haywas, Leiter der AATC-Testabteilung. "Es wurden keine Abstriche gemacht und keine Kompromisse in technischer oder sicherheitstechnischer Hinsicht eingegangen. Wir haben lediglich jeden Schritt beschleunigt, den wir beschleunigen konnten." Ob die an dem Rettungseinsatz der abgestürzten F-15E-Besatzung im Iran beteiligten A-10 mit dem neuen Adapter ausgerüstet waren, bestätigte die USAF nicht.