Ein Pilot in einer F-22 Raptor hat Anfang Oktober eine unbemannte YFQ-44A im Flug geführt. Das teilte die US-Luftwaffe am 16. Oktober mit. Die Drohne des Herstellers Anduril gehört zu den Collaborative Combat Aircraft (CCA), die künftig an der Seite bemannter Jets fliegen sollen. Fachmedien werten den Test als Premiere für diesen Drohnentyp. Die US-Luftwaffe selbst spricht in ihrer Mitteilung nicht von einer Premiere.
Der F-22-Pilot gab laut Air Force nur grobe taktische Vorgaben, den Rest erledigte die Bordsoftware. Sie flog Manöver und arbeitete simulierte Kampfaufgaben ab. Geführt wurde bisher nur eine einzige Drohne.
US-Luftwaffenminister Troy Meink erklärte, man wolle "Dringlichkeit in jeden Bereich der Beschaffung" bringen. Generalstabschef Ken Wilsbach sprach vom Wert der Zusammenarbeit zwischen bemannten und unbemannten Flugzeugen. Die Truppe müsse "oft testen, schnell lernen".
Beteiligt waren unter anderem der 412. Test Wing, die 309. Software Engineering Group und das F-22-Programmbüro.
Die US Air Force hat die F-22 als Referenzplattform bezeichnet und will CCA zunächst bevorzugt mit der Raptor koppeln. Eine Anbindung an F-16, F-35 und F-15 wird geprüft.
Im Februar trug die YFQ-44A erstmals eine Übungsrakete AIM-120 AMRAAM an einer Außenlast, um Flug- und Struktureigenschaften zu prüfen. Laut USAF hat sie inzwischen auch Schießtests über der Mojave-Wüste absolviert.
Bis 2032 will die US-Luftwaffe 500 einsatzbereite CCA besitzen, bis Ende des Jahrzehnts sollen es 1.000 sein. Zuvor lag das Ziel bei mehr als 150 Maschinen bis Ende des Jahrzehnts.
Konkurrenzmuster stürzte im April ab
Die Konkurrenzdrohne YFQ-42A von General Atomics war am 6. April bei einem Testflug in Kalifornien verunglückt. Der Prototyp stürzte laut Hersteller gegen 13 Uhr Ortszeit kurz nach dem Start von einem Firmenflugplatz in der Wüste ab.
Verletzt wurde niemand. Zu Hergang und Schaden machte das Unternehmen keine Angaben, die Flugversuche wurden vorübergehend ausgesetzt. Ein Sprecher sagte, die Sicherheitsverfahren hätten "wie vorgesehen funktioniert".
Ob und wie der Unfall die Auswahlentscheidung der Luftwaffe beeinflusste, ist öffentlich nicht bekannt: Im Sommer erhielten jedenfalls beide Muster Produktionsverträge.





