US-Special Forces landen in Großbritannien - Öltanker der "Schattenflotte" beschlagnahmt

Öltanker der „Schattenflotte“ beschlagnahmt
US-Special Forces landen in Großbritannien

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.01.2026
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Der jetzt unter russischer Flagge fahrende Öltanker Marinera gehört vermeintlich zur sogenannten "Schattenflotte" und soll Öl nach Russland transportieren. Er hieß bis vor kurzem noch Bella-1, fuhr unter der Flagge Guayanas und befand sich angeblich auf dem Weg nach Venezuela. Die US-Küstenwache hatte am 20. Dezember vergeblich versucht, das Schiff zu betreten. Nun nimmt es Kurs in Richtung Russland und befindet sich im Nordatlantik. Die Ankunft von US-Spezialkräften in Großbritannien deutet darauf hin, dass die USA versuchen könnten, die Kontrolle über den Tanker zu übernehmen.

Bereits am 3. Januar landeten sieben C-17-Transporter auf der Basis RAF Fairford. Sie kamen vom Hunter Army Air Field und vom Campbell Army Air Field. Auf letzterem Stützpunkt ist das 160th Special Operations Aviation Regiment der US Army stationiert. Die "Night Stalkers" waren unmittelbar an der Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro beteiligt. Angeblich waren einige Spezialhubschrauber MH-60M und MH-47G an Bord der Globemaster-Jets. Zunächst gab es keine Bestätigung dafür. Mittlerweile haben Beobachter zwei Chinooks und fünf Black Hawks gesichtet. Eine MH-47 (Kennung 19-02917) absolvierte gegen drei Uhr morgens am 5. Januar bereits einen vermutlichen Testflug in der Gegend im Fairford. Eine C-17A kam auch von der Naval Air Station Oceana in Virginia. Unweit des Fliegerhorstes ist das für Spezialeinsätze bekannte SEAL Team 6 beheimatet.

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Gunships gelandet

Gesichert ist die Ankunft von mindestens zwei AC-130J Gunships auf dem Flugplatz Mildenhall. Die Ghostrider-Maschinen stammen vom Special Operations Command der US Air Force. Wie Flug-Tracker-Seiten zeigen, landete zudem auch eine CN-235 in Fairford. Das Muster gehört ebenfalls zur USAF und verfügt über eine spezielle Aufklärungsausrüstung, über die aber keine Details bekannt sind.

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Überwachung aus der Luft

Die AC-130J hatte in der jüngeren Vergangenheit mehrfach bei Übungen Missionen gegen Schiffe trainiert. Während des Manövers RIMPAC 2024 beteiligte sich ein Gunship des 27th Special Operations Wings an der Versenkung des Zielschiffs USS Dubuque. Dabei kamen die an Bord installierten 30-mm-Kanone und die 105-mm-Haubitze zum Einsatz. Sollten die Night Stalkers tatsächlich eine Mission zur Übernahme der Marinera durchführen, könnten die Ghostrider für Unterstützung aus der Luft sorgen. Derweil verfolgen P-8 Seeaufklärer der US Navy den Tanker rund um die Uhr. Auch das Irish Air Corps beteiligt sich an der Überwachung mit einer C-295 ebenso wie die Royal Air Force mit der P-8A Poseidon.

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Verlegung für NATO-Manöver?

Die Verlegungen der US-Spezialkräfte nach Europa könnten aber auch andere Gründe haben. So begann am 2. Januar die Übung Steadfast Dart, mit der die NATO die Verlegung und Verstärkung ihrer Krisenreaktionskräfte trainieren will. Das Manöver soll nach Angaben des Verteidigungsbündnisses bis zum 18. März laufen und unter anderem in Deutschland und der Ostsee stattfinden. Laut BBC hat jedenfalls die russische Marine Kräfte zum Schutz des Tankers entsandt.

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Update: Tanker beschlagnahmt

Mittlerweile haben die US-Behörden mitgeteilt, dass der Tanker im Nordatlantik beschlagnahmt worden sei. Er wird von einem Schiff der US Coast Guard, der Munro, begleitet. Wie die Aktion erfolgte, und ob die Spezialkräfte beteiligt waren, ist derzeit noch offen.

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MH-6 Little Bird im Einsatz

In Russland veröffentlichte Fotos zeigen einen MH-6 Little Bird mit Soldaten an Bord über der Marinera. Dabei handelt es sich um den kleinsten Hubschrauber im Inventar der 160th SOAR. Da er über eine geringe Reichweite und über keine Luftbetankungsfähigkeit verfügt, dürfte er von einem Schiff in unmittelbarer Umgebung gestartet sein.

Die größeren Muster in Fairford könnte zu anderem Zwecken nach Großbritannien verlegt worden sein oder der Ablenkung gedient haben.