in Kooperation mit

Verträge mit der Industrie

Verbesserte Verfügbarkeit für Sea King im Visier

Mit einer „Joint Support Management Organisation“ in Nordholz wollen die Marine, Airbus Helicopters und Leonardo Helicopters die Einsatzbereitschaft des Sea King-„signifikant erhöhen“.

Die Zahl der Sea-King-Flugstunden war in den letzten zehn Jahren von 4000 auf weit unter 2000 und damit unter das operationelle Minimum gesunken. Da die Lieferungen des Nachfolgers Sea Lion (NH90) erst im Oktober 2019 beginnen, muss der Sea King noch bis Ende 2023 durchhalten.

Um bis dahin eine akzeptable Verfügbarkeit zu erreichen, haben Marine und Industrie die „Joint Support Management Organisation Mk41“ (JSMO Mk 41) gegründet. In Nordholz bezieht ein Team aus Soldaten und Mitarbeitern der Industrie gemeinsam neue Büros.

Das Team der JSMO setzt sich aus insgesamt zwölf ständigen Vertretern zusammen: der Firma Airbus Helicopter Deutschland, der Firma Leonardo Helicopters – vormals Agusta Westland, dem ursprünglichen Hersteller des Sea King –, dem Marinefliegergeschwader 5, dem Marineunterstützungskommando, dem Logistikzentrum der Bundeswehr und dem BAAINBw.

Deren enge Zusammenarbeit soll die Arbeitsprozesse im Flottenmanagement für den Sea King „beschleunigen und optimieren“. Die JMSO plant und koordiniert jegliche Wartungs- und Instandsetzungsmaßnahmen und stellt die schnellstmögliche Beschaffung von Ersatzteilen und Austauschmaterialen sicher. Das erlaubt eine optimalere Planbarkeit der einzelnen Maschinen, wodurch man wesentlich flexibler wird, heißt es.

 „Die neuartige Kooperation hat Pilotcharakter. Wenn sie funktioniert, könnte sie eine Vision für fliegende Systeme bilden“, erklärte Kapitän zur See Michael Potthoff. Er ist im BAAINBw noch Projektleiter für Marinehubschrauber, wird aber schon Ende Juni den gegenwärtigen Kommandeur des Marinefliegerkommandos, Kapitän zur See Hans-Jörg Detlefsen, ablösen.

In der Tat soll die JSMO auch den Grundstein für eine erfolgreiche Einführung des „Sea King“-Nachfolgers NH90 NTH „Sea Lion“ legen. Zugleich entlastet sie das fliegerische Personal, das durch den Wechsel auf den neuen Hubschrauber doppelt gefordert ist.

Durch die zeitliche Begrenzung des JMSO-Projekts zunächst bis zur Außerdienststellung der letzten „Sea King“ ist ein Risiko seitens der Bundeswehr sehr gering. Militärische Arbeitsplätze werden durch sie nicht gefährdet. Man kann an einem auslaufenden Hubschraubermuster unbekanntes Terrain betreten. Aus Industriesicht ergibt sich die Chance, sich als Servicedienstleister für ihr eigenes Produkt über die gesamte Nutzungsdauer zu beweisen. „Als eine Art Start-up-Unternehmung wird die JSMO sicherlich an ihren Aufgaben wachsen können und müssen“, so Klaus Przemeck, Vorstandsmitglied und Leiter des militärischen Unterstützungszentrums bei Airbus Helicopters Deutschland.

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