Indonesien kauft die Rafale. Dassault Aviation
Griechenland will 18 Rafale beschaffen, darunter auch Gebrauchtflugzeuge, um die Lieferung zu beschleunigen.
Am 27. Juli 2020 starteten die ersten fünf Dassault Rafale für Indien in Bordeaux-Merignac zum Überführungsflug nach Ambala.
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Indonesien kauft die Dassault Rafale

Bis zu 42 Flugzeuge Auch Indonesien kauft die Rafale

Die Rafale entwickelt sich für Dassault zunehmend zu einem Exportschlager. Nach jüngsten Erfolgen in Griechenland, Kroatien und den Arabischen Emiraten wird nun auch Indonesien bis zu 42 Rafale kaufen. Die ersten sechs Maschinen sind bereits fest bestellt.

"Es ist offiziell: Indonesien bestellt 42 Rafales". Mit dieser Aussage feierte Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly heute Morgen auf Twitter den jüngsten Erfolg für den französischen Eurofighter-Rivalen. Parly weilt gerade in Indonesien und unterzeichnete im Rahmen ihres Besuchs gleich mehrere Abkommen mit ihrem indonesischen Amtskollegen Prabowo Subianto. In diesen ging es um U-Boote, Satelliten und Munition – und eben um die Rafale.

Dassault
Die Dassault Rafale erfreut sich international derzeit großer Beliebtheit. Nun schlägt auch Indonesien zu.

"Schlüsselfertige Komplettlösung"

Inzwischen hat auch Dassault selbst den Deal offiziell in einer Pressemitteilung bestätigt. Laut Dassault unterzeichnete Indonesien "einen Vertrag über den Erwerb von 42 Rafale-Flugzeugen der neuesten Generation." Das lässt darauf schließen, dass es sich durchweg um Neuflugzeuge des Standards F4 handelt – anders als bei den Exporten nach Griechenland uind Kroatien, bei denen gebrauchte Jets der Armée de l'Air eine Hauptrolle spielen.

Die Rafale-Beschaffung für die Tentara Nasional Indonesia Angkatan Udara (nationale indonesische Luftwaffe) beginnt mit einem Festauftrag für zunächst sechs Flugzeugen, die ab 2025 geliefert werden sollen. Sie umfasst eine "schlüsselfertige Komplettlösung", in der die Ausbildung der Piloten, logistische Unterstützung für mehrere indonesische Luftwaffenstützpunkte sowie ein Trainingszentrum mit zwei Full-Mission-Simulatoren inbegriffen sind. Die Rafale werde "Indonesien ein Werkzeug für Souveränität und operative Unabhängigkeit liefern und seine Rolle als regionale Großmacht stärken", so Dassault in einer Pressemitteilung.

Dassault
Die Verteidigungsminister Frankreichs und Indonesiens beobachten stehend die Unterzeichnung des Vertrags zwischen Dassault-Chef Trappier und Vize-Luftmarschall Yusuf Jauhari.

"Langfristige Partnerschaft"

Die indonesische Industrie wird laut Dassault von einem "beträchtlichen" industriellen Offsetprogramm profitieren, nicht nur im Luftfahrtsektor, sondern auch in anderen wichtigen Bereichen der Zusammenarbeit. "Dieser Vertrag ist der Beginn einer langfristigen Partnerschaft, in deren Rahmen Dassault Aviation seine Präsenz in Indonesien rasch ausbauen wird. Er ist auch ein Beweis für die starke Bindung zwischen Indonesien und Frankreich und stärkt die Position des größten Archipels der Welt als Schlüsselmacht auf der internationalen Bühne", sagte Dassault-Firmenchef Eric Trappier.

Russisches Verteidigungsministerium
Mit der Rafale-Order dürfte die Beschaffung von Suchoi Su-35S durch Indonesien endgültig vom Tisch sein.

Rafale statt Su-35S

Indonesien wird damit, nach Indien, die zweite Nation im südostasiatischen Raum, die die Rafale nutzt. Der Vertrag über die sechs Rafale wurde wahrscheinlich vom indonesischen Verteidigungsministerium aus einem Budget finanziert, das eigentlich für den Kauf von Suchoi Su-35S vorgesehen war (fast 600 Millionen US-Dollar). Ein Vertrag mit den Russen, so hatten die USA allerdings gedroht, hätte nach dem CAATSA-Gesetz (Countering America's Adversaries Through Sanctions Act) mit Sanktionen bestraft werden können.

Der Kauf von 42 Rafale schließt nicht aus, dass Indonesien auch Boeing F-15EX beschafft, da das Land seine Kampfflugzeugflotte mit mindestens 100 neuen Flugzeugen erneuern möchte.

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