Mk16-Schleudersitz von Martin-Baker für die Lockheed Martin F-35. Martin Baker

Martin-Baker Schleudersitzproblem weitet sich aus

Viele US-Militärjets vorübergehend gegroundet Martin-Baker Schleudersitzproblem weitet sich aus

Die Probleme mit Schleudersitzen des britischen Herstellers Martin-Baker haben weltweit zu dringenden Inspektionen und dem zeitweisen Flugverbot für hunderte von Kampfflugzeugen und Trainern geführt.

Nachdem in Europa vorsorglich Eurofighter zeitweise am Boden bleiben mussten haben nun auch die US-Streitkräfte für Typen wie F/A-18B/C/D Hornet; F/A-18E/F Super Hornet; E/A-18G Growler, T-45 Goshawk und F-5 Tiger II sowie F-35, T-38 Talon und T-6 Texan II vorsichtshalber ein Flugverbot aussprechen.

Die betroffenen Flugzeuge blieben so lange am Boden, "bis die Wartungsarbeiten bestätigen, dass die Rettungssysteme voll funktionsfähig sind", hieß es. Dies sollte innerhalb von Tagen erledigt sein.

Auch israelische Luftwaffe hat am Samstag ihre F-35-Kampfflugzeuge für Trainingsflüge gesperrt, einen Tag nachdem bekannt wurde, dass die Vereinigten Staaten ein Problem mit den Schleudersitzen der Tarnkappenjets entdeckt haben.

Der Befehlshaber der israelischen Luftstreitkräfte, Tomer Bar, hielt am Samstagabend eine Lagebeurteilung ab und beschloss, die gesamte Flotte von 33 Jets in den nächsten Tagen überprüfen zu lassen. Bar "betonte, dass die Untersuchungen streng und gründlich durchgeführt werden müssen, um die Flotte wieder voll einsatzfähig zu machen und gleichzeitig einen hohen Sicherheitsstandard aufrechtzuerhalten", heißt es in einer von den israelischen Verteidigungsstreitkräften veröffentlichten Erklärung.

Laut US Navy geht es darum, dass eine Kartusche, die den Ausschussvorgang aktiviert, nicht richtig funktioniert (Cartridge Actuated Devices = CAD). Es sind nur Flugzeuge betroffen, die mit CADs innerhalb eines begrenzten Bereichs von Chargennummern ausgestattet sind, so die Marine. Die CAD muss bei den Staffeln ausgetauscht und das Flugzeug vor seinem nächsten Flug inspiziert werden.

Das Naval Surface Warfare Center Indian Head Division (NSWC IHD) liefert CADs/Propellant Actuated Devices (PADs) für alle US-Teilstreitkräfte. Nachdem Martin Baker, der Lieferant, auf einen möglichen Defekt hingewiesen hatte, untersuchte das Team mit Hilfe validierter Röntgenverfahren die vorhandenen Bestände, um zu überprüfen, ob jedes Teil ordnungsgemäß hergestellt wurde, bevor es als Ersatz für die vorhandenen CADs an die Flotte geschickt wurde.

Laut Martin-Baker "wurde festgestellt, dass dieses Problem nur bei dieser speziellen CAD-Teilenummer und nur bei der F-35 auftritt. ... Dies wurde schnell auf eine Lücke im Herstellungsprozess zurückgeführt, die behoben und geändert wurde."

Das NSWC IHD begann am 24. Juli mit dem Versand der freigegebenen Ersatzteile an mehrere Wartungszentren der Flotte und setzte die Lieferungen im Laufe der Woche fort. Dabei wird eine Prioriteätenliste abgearbeitet.

CADs lösen eine Reihe automatischer Funktionen aus, wenn die Flugzeugbesatzung den Schleudergriff betätigt, um das Flugzeug sicher zu verlassen. Die CAD-Kartuschen werden im Rahmen der regelmäßigen Wartung des Flugzeugs inspiziert und bei Bedarf ausgetauscht, können jedoch durch Umwelt- und Betriebsbedingungen beeinträchtigt werden, so die US Navy.

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