Im Global Combat Air Programme (GCAP) hatten sich Großbritannien, Italien und Japan im Jahr 2022 zur Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs der sechsten Generation zusammengeschlossen. Zur Umsetzung haben die Länder 2025 das Edgewing-Konsortium aus BAE Systems, der Japan Aircraft Industrial Enhancement Co. und Leonardo ins Leben gerufen. Nun hat der italienische Partner in Turin das erste Ingenieurszentrum für das Projekt eröffnet. Laut Aussage von Leonardo ist es das erste nationale Zentrum für das GCAP‑Programm. Die Einrichtung soll in Zukunft bis zu 1000 Mitarbeiter beherbergen.
"GCAP ist eines der anspruchsvollsten und zukunftsweisendsten Programme im Bereich Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Sicherheit und gewährleistet technologische Souveränität für kommende Generationen. Ich bin stolz darauf, dass Hunderte von Ingenieuren hier in Turin und Tausende weitere im ganzen Land zu seinem Erfolg beitragen werden", sagte Lorenzo Mariani, Chief Executive Officer und General Manager von Leonardo. "GCAP wird die technologische Entwicklung und das langfristige Wachstum der Volkswirtschaften der beteiligten Länder vorantreiben, hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen und Produktionsökosysteme entlang der gesamten Lieferkette stärken. Durch GCAP sichern wir eine sicherere und prosperierende Zukunft für Italien sowie für unsere Verbündeten Japan und das Vereinigte Königreich."
Deutsche Beteiligung?
Das neue Muster soll im Jahr 2025 in Dienst gehen. Am 3. Juli hat die GCAP-Agentur der Partnerländer einen Entwicklungsauftrag in Höhe von 4,6 Milliarden Pfund an Edgewing vergeben, um die Konzeptphase abzuschließen. Nach dem Aus des konkurrierenden Kampfflugzeug-Projekts im deutsch-französischen FCAS-Programm gab es Spekulationen über einen Einstieg Deutschlands.
Zuletzt schürte eine Aussage von Andy Burnham die Gerüchteküche. Am 8. Oktober deutete der britische Premierminister bei einem Besuch in Berlin angesichts der Verabschiedung des Kensington Treaty bezüglich der engeren Zusammenarbeit der beiden Länder die Möglichkeit zur Beteiligung an. "Wir sprechen heute über die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich, und ich habe dem Bundeskanzler in unserem Gespräch im Vorfeld dieser Ratifizierung unsere Offenheit signalisiert, dass Deutschland dem GCAP – dem Programm für die nächste Generation von Kampfflugzeugen – beitritt. Dies ist ein Thema, das wir in der kommenden Zeit gemeinsam mit unseren anderen Partnern Italien und Japan vorantreiben möchten." Während Italien im Vorfeld die mögliche Teilnahme der Bundesrepublik begrüßte, befürchten andere Partner eine Verzögerung des Programms aufgrund der nötigen Umverteilung von Arbeitsanteilen und eventuellen Änderungen der Anforderungen.
Gleichzeitig laufen weiterhin Bemühungen der deutschen und spanischen Industrie, ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. Eine offizielle Entscheidung der Regierungen der beiden Staaten steht indes noch aus.





