Italien Verteidigungsminister Guido Crosetto hat sich dafür ausgesprochen, das trilaterale Kampfjet-Programm Global Combat Air Programme (GCAP) für weitere Länder zu öffnen. Die geteilten Kosten seien ein entscheidender Faktor.
GCAP ist ein Gemeinschaftsprojekt von Großbritannien, Italien und Japan. Die drei Länder wollen bis 2035 gemeinsam einen Kampfjet der nächsten Generation entwickeln. Beteiligt sind vordergründig BAE Systems, Leonardo und Mitsubishi Heavy Industries.
Crosetto nannte am Dienstag Kanada, Deutschland und Saudi-Arabien als mögliche Kandidaten. Kanada zeige derzeit das größte Interesse und verfolge das Projekt bereits als Beobachter. Bei den anderen sei man grundsätzlich offen, denn je breiter das Konsortium, desto günstiger werde die Entwicklung für alle Beteiligten.
Leonardo-Chef Roberto Cingolani hatte bereits erklärt, Deutschland bringe industrielle Stärke mit, von der das Programm profitieren könnte.
Deutschland nun ohne eigenes Programm
Außerdem steht Deutschland seit dem offiziellen Ende von FCAS ohne ein Fighter-Programm da. Denn Anfang Juni hatten Deutschland und Frankreich ihr gemeinsames Kampfjetprojekt aufgegeben. Airbus und der französische Hersteller Dassault wurden sich nach Jahren im Streit einfach nicht einig.
Bundeskanzler Friedrich Merz soll noch persönlich versucht haben, Dassault-Chef Éric Trappier zum Einlenken zu bewegen und einen Anspruch auf eine Projektführungsrolle fallen zu lassen. Geklappt hat das allerdings nicht.
Nun bleibt der Bundesrepublik der Beitritt zum GCAP als eine mögliche Alternative. MTU-Triebwerkschef Johannes Bussmann, dessen Unternehmen an der FCAS-Antriebsentwicklung beteiligt war, zeigte sich auf der ILA zuletzt offen für neue Kooperationsformate und schloss einen deutschen Schwenk in Richtung GCAP ausdrücklich nicht aus.





