"Billig-Kampfjet" für Somalia - JF-17-Deal rückt näher

Somalia und Pakistan besiegeln Verteidigungspakt
JF-17-Deal rückt näher

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.08.2026
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Nur wenige Monate nach ersten Berichten über somalisches Interesse am Kampfjet JF-17 Thunder haben Somalia und Pakistan ihre Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich nun offiziell besiegelt.

Am 4. August unterzeichneten die Verteidigungsminister beider Länder in Islamabad ein "Memorandum of Understanding" (MoU), also eine Grundsatzvereinbarung, zwischen den jeweiligen Ministerien.

Sicherheit und Militärkooperation

Unterzeichnet wurde die Vereinbarung vom somalischen Verteidigungsminister Ahmed Moallim Fiqi und seinem pakistanischen Amtskollegen Khawaja Muhammad Asif.

Das Abkommen schafft einen Rahmen für Zusammenarbeit in mehreren Bereichen. Allen voran: Terrorismusbekämpfung, militärische Ausbildung, Austausch von militärischem Fachwissen sowie Ausbau sicherheitspolitischer Zusammenarbeit.

Beide Seiten betonten, das MoU spiegle ihr gemeinsames Bekenntnis wider, die strategische Partnerschaft zu vertiefen und die bilaterale Zusammenarbeit im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich auszubauen. Es soll die Grundlage für eine dauerhafte, praxisnahe Partnerschaft legen, die den beiderseitigen Interessen dient.

Verhandlungen über 24 JF-17 Thunder

Im März verhandelte Somalia laut Berichten pakistanischer Medien über die Beschaffung von bis zu 24 Kampfjets des Typs JF-17 Thunder Block III – einer chinesisch-pakistanischen Gemeinschaftsentwicklung, die auch von Pakistan selbst, Myanmar, Nigeria und Aserbaidschan genutzt wird.

Für Somalia, dessen Luftwaffe seit dem Zusammenbruch der Zentralregierung 1991 praktisch nicht mehr existiert, wäre der Kauf der bislang größte Schritt beim Wiederaufbau eigener Luftverteidigungsfähigkeiten.

Günstige Alternative

Als Kaufanreiz galt vor allem der Preis der pakistanischen Maschinen. Mit angeblich 30 bis 40 Millionen US-Dollar pro Jet liegt die JF-17 deutlich unter dem Preis einer F-16 oder eines Eurofighters. Das damals kolportierte Gesamtvolumen für den Deal lag bei rund 900 Millionen US-Dollar.

Mit dem unterzeichneten Grundsatzabkommen rückt ein möglicher JF-17-Kauf nochmal etwas näher. Einen konkreten Beschaffungsvertrag für die Kampfjets gibt es aber noch nicht.

Die JF-17 ist ein einstrahliges, leichtes Mehrzweckkampfflugzeug mit einer Höchstgeschwindigkeit von Mach 1,6 und wird je nach Baulos vom russischen Klimow RD-93 bzw. beim Block III vom weiterentwickelten RD-93MA angetrieben.

Bewaffnet ist sie mit einer internen 23-mm-Kanone sowie bis zu 3600 kg externer Zuladung an sieben Außenlaststationen. Der aktuelle Block III verfügt über ein AESA-Radar, verbesserte elektronische Gegenmaßnahmen und erweiterte Waffenkompatibilität.

Die Lage in Somalia

Somalia gilt nach Jahrzehnten des Bürgerkrieges und anhaltenden, schweren Belastungen durch den Klimawandel als eines der ärmsten Länder der Welt. Verschiedene andere Länder verfolgen in Somalia strategische, militärische und gegenläufige geopolitische Ziele, die verhindern, dass sich die Lage und die wirtschaftliche Situation in Somalia langfristig entspannen.

Das macht eine Beschaffung jeder Art schwierig. Sollte das Land aber einen Jet kaufen, dann wohl tatsächlich eine günstige Option aus Pakistan.