Wie ein Upgrade die Einsatzfähigkeit des Eurofighter bis in die 2060er sichert

Verbesserungen für europäisches Kampfflugzeug
Eurofighter soll fit bis 2060 bleiben

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.02.2026
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Eurofighter AMK im Flug
Foto: Airbus/Zeitler

Was ist das Aerodynamic Modification Kit (AMK)?

Das Aerodynamic Modification Kit (AMK) ist ein umfassendes Upgrade-Paket für den Eurofighter Typhoon, das die aerodynamischen Eigenschaften des Jets signifikant verbessert. Es umfasst unter anderem eine Verlängerung der Tragflächenvorderkante (Leading Edge Root Extension, LERX), modifizierte Flaperons und neu geformte Leitflächen am Rumpf. Diese Änderungen erhöhen den maximalen Auftrieb der Tragflächen um bis zu 25 Prozent und ermöglichen größere Anstellwinkel sowie höhere Rollraten.

Technologische Vorteile

Die verbesserten aerodynamischen Eigenschaften des AMK führen zu einer höheren Wendigkeit und besseren Zielerfassung, insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten. Dies ist entscheidend für den Luftkampf auf kurze Distanzen. Zudem erleichtert das AMK die Integration neuer Waffensysteme, darunter Luft-Boden-Waffen und Luft-Luft-Flugkörper. Besonders hervorzuheben ist die geplante Integration von Anti-Radar-Raketen wie der AGM-88E AARGM, die zur Unterdrückung gegnerischer Luftverteidigungssysteme dienen.

Langfristige Einsatzfähigkeit

Das AMK ist Teil der Phase-4-Enhancement (P4E)-Strategie, die den Eurofighter bis in die 2060er Jahre relevant halten soll. Neben den aerodynamischen Verbesserungen umfasst P4E auch die Einführung des ECRS Mk1 AESA-Radars und neuer elektronischer Kampffähigkeiten. Diese Upgrades erhöhen die Überlebensfähigkeit und Effektivität des Jets in modernen Konfliktszenarien.

Wirtschaftliche und geopolitische Bedeutung

Das Eurofighter-Programm ist nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich von großer Bedeutung. Es unterstützt über 100.000 Arbeitsplätze in Europa und stärkt die Verteidigungsfähigkeit der NATO. Die Entwicklung und Produktion des AMK erfolgt durch die Partnerunternehmen Airbus, BAE Systems und Leonardo, die eng mit der NATO Eurofighter and Tornado Management Agency (NETMA) zusammenarbeiten.

Historische Entwicklung

Die Grundlagen für das AMK wurden bereits vor über einem Jahrzehnt gelegt. Im Jahr 2015 testete ein Eurofighter in Manching die aerodynamischen Verbesserungen in 36 Flügen. Die Ergebnisse waren beeindruckend: Der maximale Auftrieb stieg um 25 Prozent, die Rollraten verdoppelten sich, und die Anstellwinkel erhöhten sich um 45 Prozent. Trotz dieser Erfolge wurde das AMK damals nicht in die Serienproduktion übernommen.

Fazit