Zu Besuch bei den letzten Phantoms - Noch fliegt die F-4E in Griechenland

Noch fliegt die F-4E in Griechenland
Zu Besuch bei den letzten Phantoms

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.04.2026
Als Favorit speichern

Nur wenige Einheiten auf der Welt dürften so viel Erfahrung mit einem Einsatzmuster haben wie die 338. Mira der griechischen Luftwaffe. Im Juni 1974 fand die Einheit beim 117. Geschwader in Andravida eine neue Heimat und rüstete gleichzeitig auf die McDonnell Douglas F-4E Phantom II um. Zuvor hatte die Staffel die Republic F-84F Thunderstreak geflogen. Der Umstieg auf den Mach-2-Jet bedeutete eine enorme Umstellung. Dennoch war die Staffel schon im März 1975 voll einsatzbereit. Insgesamt hatte Griechenland 36 neue Exemplare der F-4E bestellt. Die Beschaffung trug den Namen Peace Icarus I. Knapp vier Jahre folgte Peace Icarus II mit noch einmal 18 F-4E (und einigen RF-4E-Aufklärern).

Im Jahr 1991 rüstete die 338. Mira auf gebrauchte F-4E aus Beständen der US Air Force um. Die 28 Flugzeuge wiesen einige Verbesserungen auf und kamen von der Indiana Air National Guard. Da die Lieferung im Rahmen des "Southeastern Regional Agreement" mit den USA stattfand, bekamen die Maschinen die Bezeichnung F-4E SRA.

F-4E Phantom beim Rollen mit offenen Cockpits
Patrick Hoeveler

Neue Fähigkeiten

Ende der 90er Jahre erhielt dann die aktuelle Version F-4E AUP Einzug. Im Avionics-Upgrade-Program verhalf die DaimlerChrysler Aerospace (DASA), später EADS, den Jets zu neuen Fähigkeiten. Die Modernisierung umfasste unter anderem den Einbau des AN/APG-65-Radars aus der F/A-18 Hornet und die Integration des AIM-120-Flugkörpers (AMRAAM). Außerdem kann die Phantom nun den Laser-Zielbehälter Litening II einsetzen. Das deutsche Unternehmen hatte sich gegen die US-Konkurrenz von Rockwell durchgesetzt und konnte auf den Erfahrungen bei der Kampfwertsteigerung der deutschen F-4F aufbauen. Trotzdem kam es aufgrund von Software-Problemen zunächst zu Verzögerungen.

Alle 39 überlebenden Peace-Icarus-Exemplare sollten modifiziert werden. Die als Prototyp auserkorenen F-4E mit dem Namen "Princess of Andravida" und der Kennung 01523 landete im Dezember 1997 im bayrischen Manching. Die Ausrüstung der folgenden Flugzeuge erfolgte dann in Griechenland bei HAI (Hellenic Aerospace Industry) in Tanagra. Aufgrund von zwischenzeitlichen Abstürzen reduzierte sich die Gesamtzahl der in Peace Icarus 2000 modernisierten Phantoms auf 36 Stück.

Rund ein Dutzend einsatzbereit

Heute ist davon schätzungsweise noch ein Drittel einsatzbereit und fliegt regelmäßig. So nahmen die Phantoms im März wieder an der Übung Iniochos teil, die in Andravida stattfand. Aus diesem Anlass öffnete der Fliegerhorst seine Tore für Fotografen, die sich die seltene Gelegenheit, die F-4E in ihrer Heimat zu erleben, nicht entgehen ließen. Jeweils vier Maschinen nahmen an den beiden Runden teil. Ein weiteres Exemplar gab eine kleine Flugvorführung.

F-4E Phantom im Tiefflug
Patrick Hoeveler

Vielleicht das letzte Mal

Wie lang die Phantom noch in Dienst bleiben wird, ist offen. Lange dürfte es jedoch nicht mehr sein, einige Schätzungen gehen von maximal 2027 aus. Das Ende könnte aber auch schon dieses Jahr kommen. Viel hängt mit den Umbaumaßnahmen in Andravida für die F-35 Lightning II zusammen. Da der Flugplatz dazu länger geschlossen wird, verlegen die Luftstreitkräfte das jährliche Iniochos-Manöver wohl ins nicht weit entferne Araxos. Ob auch die F-4E dorthin umziehen, muss sich zeigen. In Andravida ist zumindest ein neues Tor bereits fertig. Aber noch prangen hier stolz die Symbole der Phantom.