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Neuer Marinehubschrauber

Sea Lion im Test

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In Donauwörth müht sich Airbus Helicopters, die zeitlich eng gesteckte Erprobung des Sea Lion im Plan zu halten. Die Marine erwartet ihre ersten Hubschrauber Ende 2019.

Nachdem der erste Prototyp der neuen NTH-Version (Naval Transport Helicopter) des NH90 seit dem Erstflug am 1. Dezember 2016 rund 30 Stunden in der Luft war, ist am 24. November 2017 auch die zweite Maschine geflogen. Der NGEN02 (Kennung 98+56) hat einen besseren Software-Standard und wird laut Hersteller „nun eine mehrmonatige Entwicklungstestphase mit Schwerpunkt Avionik und Software“ starten. Nach etwa zehn Flugstunden standen im Dezember aber zuerst noch einige Kontrollen und Nachbesserungen an. Die Zeit am Boden wurde auch für erste Versuche des Satellitenkommunikationssystems (noch ohne drehende Rotoren) genutzt.

Die Satcom-Einrüstung gehört zu den „neuen und verbesserten Fähigkeiten“, die im 18 Hubschrauber umfassenden Sea-Lion-Programm der Marine umgesetzt werden müssen. Zu erwähnen sind hier auch ein Flugmanagementsystem mit ziviler GPS-Anbindung für den IFR-Flug, ein IFF-System, ein Direction Finder, der auch zukünftige SAR-Frequenzen empfangen kann, vier VHF/UHF-Funkgeräte, die Möglichkeit, den digitalen Behördenfunk TETRA zu nutzen, und das AIS (Automatic Identification System für Schiffe).

Da der Sea Lion nicht nur den Such- und Rettungsdienst vom Sea King Mk 41 übernehmen soll, sondern auch für Lastentransporte und die Verbringung von Spezialkräften vorgesehen ist, wird auch an der Einrüstung beweglicher 12,7-mm-MGs auf beiden Seiten gearbeitet. Zusätzlich muss die Heckladerampe für höhere Belastungen zugelassen werden: Über sie wird ein 250 Kilogramm schweres, zusammengerolltes Schlauchboot abgesetzt.

Geplante Auslieferung vor Ende 2019

Damit die vereinbarte Auslieferung der ersten beiden Hubschrauber zum Marinefliegergeschwader 5 in Nordholz vor Ende 2019 klappt, ist also noch einige Arbeit notwendig – und auch der frühzeitige Baubeginn der Serienhubschrauber. NGEN03, der als erster übergeben werden soll, ist seit Ende Oktober in Donauwörth bereits in der Endmon­tage. Schließlich erfordert der Sea Lion aufgrund seiner komplexeren Ausstattung 25 Prozent mehr Fertigungsstunden als ein TTH-Transporthelikopter für das Heer. Nach den Plänen von Airbus Helicopters soll Anfang 2018 der Software-Standard für die erste Auslieferungskonfiguration festgeschrieben sein, um dann bis Ende des Jahres qualifiziert zu werden. Im Anschluss muss der Sea Lion die militärischen Zulassungstests durchlaufen, bevor NGEN03 und NGEN02 übergeben werden können. NGEN01 wird derweil umgerüstet, um das Versuchsprogramm zu unterstützen.

Während die Industrie mit dem engen Zeitrahmen kämpft, versucht die Marine, rechtzeitig genügend ihrer Piloten umzuschulen, ohne den aktuellen SAR-Betrieb der betagten Sea King Mk 41 zu beeinträchtigen. Im Sommer wurden beim Internationalen Hubschrau­berausbildungszentrum des Heeres in Bückeburg die ersten beiden Marineoffiziere auf dem NH90 qualifiziert. Sollte es wegen des schmalen Zeitbands für die Umschulung dort eng werden, könnten die Marineflieger wohl auf Kapa­zi­täten wie Simulatorstunden bei den Verbündeten in Frankreich und den Niederlanden zugreifen. Diese fliegen den NH90 bereits seit Längerem in der maritimen Rolle.

FLUG REVUE Ausgabe 02/2018

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