in Kooperation mit

Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

Forschung gegen Vogelschlag

An der OTH Regensburg arbeiten Wissenschaftler an einem Prototyp, mit dem Schäden an Flugzeugen durch Vogelschlag lokalisiert und klassifiziert werden können. Interessant ist das vor allem für Flugzeuge mit hohem Anteil an Verbundwerkstoffen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts BIRD entwickeln Forscher der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg gemeinsam mit der Würzburger Firma iNDTact GmbH eine Technologie, mit deren Hilfe Schäden durch Vogelschlag besser erkannt und eingeordnet werden können. 

Bei kohlefaserverstärkten Kunststoffen sind Schäden durch Vogelschlag oder aufgewirbelte Teile auf der Start- und Landebahn nicht immer sichtbar. Das Structural-Health-Monitoring-System aus dem Labor der OTH Regensburg soll den Schaden nicht nur erkennen, sondern auch grundlegend klassifizieren. „Es ist ein Unterschied, ob die Faser bricht oder ob es sich um Delaminationen handelt, also ob sich die einzelnen Schichten voneinander lösen“, sagt der BIRD-Projektmanager Matthias Schlamp. Je nachdem müsse ein Bauteil vollständig ausgetauscht werden, nur repariert werden, oder aber es sei aufgrund sehr geringer Schädigung überhaupt keine Maßnahme nötig.

Um Vogelschläge zu simulieren, haben die Regensburger Forscher rund 100 ellipsenförmige Probekörper aus faserverstärkten Kunststoffen gefertigt. Diese nachgebildeten Tragflügelelemente werden mit fest definierten Fallgewichten von oben "beschossen". Das dadurch entstehende Schadensbild wird durch den BIRD-Prototyp ausgewertet. Er verfügt über einen Sensor, ein Digitalmikroskop und Ultraschall. Der Sensor, der von iNDTact kommt, ermittelt durch das beim Aufprall entstehende akustische Signal eine Frequenzkurve, die als Grundlage für die spätere Klassifizierung der Beschädigung dient.

Aus den im Labor simulierten Aufprallereignissen erstellt das Projekt-Team um Schlamp eine Referenzdatenbank, mit der reale Schäden abgeglichen werden können. Die Ergebnisse von BIRD sind nach Angaben der OTH Regensburg auch auf andere Schäden, beispielsweise durch Hagelkörner an Rotorblättern von Windkrafträdern, übertragbar. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit 190.000 Euro gefördert.  

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