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Airbus-Neubau in Friedrichshafen

Große Satellitenwerkstatt am Bodensee

ITC Friedrichshafen 2019 Foto: Airbus Defence and Space

Der Airbus-Standort Friedrichshafen hat am Freitag Europas modernstes Satelliten-Integrations- und Raumfahrt-Technikzentrum offiziell in Betrieb genommen und damit seine Reinraumflächen verdreifacht.

Gegenwärtig sind die ersten Projekte mit vier Sentinel-Satelliten für das europäische Umwelt- und Sicherheitsprogramms „Copernicus“, dem europäisch-japanischen Erdbeobachtungssatelliten EarthCARE sowie zwei jeweils 12,30 Meter langen planaren Radarantennen in das neue Zentrum eingezogen. Noch im ersten Halbjahr soll mit den Integrationsarbeiten für JUICE, einer Mission zu den Eismonden des Jupiters (Start 2022), begonnen werden.

Das ITC-Gebäude (Integrated Technology Center) mit Abmessungen von rund 70 x 60 Metern und einer Deckenhöhe von bis zu 18,50 Metern wurde als Erweiterung der heutigen Satellitenintegrations-Halle verwirklicht. Der neue „Doppel“-Komplex ermöglicht deshalb eine effizientere und ökonomischere Abwicklung von Projekten und bietet durch modernste Technik und neuer „Dimensionen“ auch neue Möglichkeiten bei der Akquise von künftigen Raumfahrtprojekten wie zum Beispiel bei großen Weltraumteleskopen.

Herzstück des ITC ist der große „Cleanroom“. Unter Reinraumbedingungen verschiedener „Sauberkeitsklassen“ – von ISO 8 bis ISO 5 – findet die Schlussintegration der Satelliten auf einer Grundfläche von rund 2.100 Quadratmetern statt, davon 400 Quadratmeter unter ISO 5. Aufwändige Klima- und Filteranlagen wälzen ein Luftvolumen von 900.000 Kubikmetern bis zu 60 mal pro Stunde um und sorgen so nicht nur für die geforderte Reinheit, sondern auch für konstant erhöhten Luftdruck und regeln Feuchtigkeit sowie Temperatur.

Vier so genannte seismische Blöcke, jeder 150 Tonnen schwer, „entkoppeln“ spezielle Integrationstische vom Gebäude und sorgen für eine absolut erschütterungsfreie Umgebung für die Montage optischer Instrumente. Eine computergesteuerte Ventilator- und Filtermatrix an der Südseite des Reinraums, erzeugt Luftströmungsprofile, die adaptiv auf die Belegung des Raumes eingestellt werden können. Dieses Konzept ermöglicht erstmalig in Europa die Realisierung unterschiedlicher Reinraumklassen in einer einzigen Halle ohne störende Zwischenwände oder Vorhänge.

Das hochkomplexe Zentrum ist für rund 45 Millionen Euro in zwei Jahren Bauzeit errichtet worden. „Die große Investition von Airbus in dieses Gebäude ist zugleich eine Investition in die Zukunft: Für den Airbus-Standort am Bodensee und für den Raumfahrtstandort Baden-Württemberg. In der Raumfahrttechnik haben wir jetzt schon deutschlandweit die Nase vorn...“, so Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

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