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An Bord der Cygnus-Raumkapsel

NASA untersucht Feuer in der Schwerelosigkeit

Am Samstag erreicht ein Frachtflug die Internationale Raumstation ISS. Neben Versorgungsgütern für die Besatzung und wissenschaftlichen Experimenten ist auch ein ganz besonderer Versuchsaufbau an Bord der Cygnus-Raumkapsel.

Ein Brand an Bord einer Raumsation oder eines Raumschiffs ist eines der größten Sicherheitsrisiken für Astronauten. Dabei gibt es bisher wenige Untersuchungen dazu, wie sich Feuer in der Schwerelosigkeit verhält. Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat deshalb beim jüngsten Versorgungsflug einer Cygnus-Kapsel von Orbital ATK ein Experiment mitgeschickt, dass neue Erkenntnisse liefern soll.

Das "Spacecraft Fire Experiment", kurz Saffire genannt, wurde vom Glenn Research Center der NASA entwickelt und umfasst eine Reihe von Versuchen. Während bei bisherigen Experimenten an Bord des Space Shuttle und der ISS aufgrund des großen Risikos für die Besatzung nur in kleinem Maßstab mit Feuer geforscht wurde, geht es bei Saffire um größere Flammen und wie sie sich im All verhalten.

Als Versuchsträger wird die Cygnus-Raumkapsel genutzt, die am Dienstag von Cape Canaveral, Florida aus Richtung ISS gestartet ist. Sie wird am Samstag an der Raumsation andocken. Dort wird sie für zwei Monate bleiben. Wenn Cygnus danach abgekoppelt wurde und sich in sicherer Entfernung von der ISS befindet, werden Ingenieure vom Boden aus das erste Saffire-Experiment starten.

Welchen Einfluss hat Schwerelosigkeit auf Feuer?

Jedes Saffire-Experiment findet in einem etwa 1 mal 1,5 Meter großen Modul statt, das in zwei Fächer unterteilt ist. Auf der einen Seite ist ein Avionikschacht, in dem Sensoren, HD-Kameras und Signalverarbeitungs-Zubehör untergebracht sind. Auf der anderen Seite befindet sich die nötige Hardware, die eine große Flamme erzeugt, die Materialien und Gewebe im Modul entzünden. Bei Saffire I wird zunächst ein so genannter SIBAL-Stoff entflammt. SIBAL ist eine Mischung aus Glasfasern und Baumwolle. Im Verlauf der verschiedenen Saffire-Experimente sollen auch andere Materialien getestet werden. 

Saffire soll Antworten auf zwei Fragen liefern: Wächst eine sich nach oben ausbreitende Flamme oder wird die Schwerelosigkeit ihre Größe begrenzen? Welche Materialien fangen Feuer und wie brennen sie? 

Jedes Experiment soll nur wenige Stunden dauern, dennoch bleibt die Cygnus-Kapsel noch weitere sieben Tage im All, um alle gesammelten Daten zur Erde zu übermitteln. Beim Wiedereintritt werden Kapsel und Versuchsaufbau dann zerstört. Saffire II soll im Juni ins All starten. Bisher sind drei Saffire-Versuche geplant, weitere Missionen sind in der Entwicklung.

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