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Ariane 6

Erster Testlauf für Vulcain 2.1

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Das Hauptstufentriebwerk der künftigen Ariane-6-Trägerrakete wurde in Lampoldshausen bei Heilbronn erstmals erfolgreich getestet.

Der erste Test des Vulcain 2.1 fand am 22. Januar statt, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR) am Dienstag mitteilte. Die Erprobung wird vom DLR im Auftrag des Herstellers ArianeGroup auf dem Prüfstand P5 in Lampoldshausen durchgeführt.

Das Vulcain 2.1 ist eine an die angepasste Version des Vulcain-2-Triebwerks der Ariane 5. Im Vergleich zum Vulcain 2 soll es um 40 Prozent günstiger sein (rund 6 Millionen Euro pro Stück). Das will die ArianeGroup durch den Einsatz neuer Technologien erreichen, darunter einem 3D-gedruckten Gasgenerator, einer vereinfachter Expansionsdüse oder einem Sauerstofferhitzer zur Tankbedrückung. Als Treibstoff kommt Flüssigwasserstoff zum Einsatz, als Oxidator flüssiger Sauerstoff. 

Das Vulcain 2.1 liefert einen Startschub von 130 Tonnen und trägt laut DLR entscheidend dazu bei, die Ariane 6 zukünftig in den ersten zehn Flugminuten auf eine Höhe von 150 Kilometern zu befördern. Der erste Test habe 11 Minuten gedauert, rund ein Drittel länger als das Triebwerk benötigt, um gemeinsam mit den beiden Boostern die Ariane 6 in die Höhe zu befördern.

Testkampagne auf rund sieben Monate angesetzt

Raketentriebwerkstests wie der mit dem Vulcain 2.1 sind in Lampoldshausen weithin an der weißen Wasserdampfwolke sichtbar. Foto und Copyright: DLR

In Lampoldshausen soll nun bei weiteren Versuchen die gesamte Funktionsfähigkeit des Vulcain-2.1-Triebwerks getestet werden (Schub, Mischverhältnis, Bedingungen der Treibstoffversorgung). Ziel der insgesamt sieben Monate dauernden Testkampagne ist nach Angaben des DLR die genaue Kenntnis über alle relevanten Triebwerkskenndaten. 

Der erste Versuch habe sich noch an dem bereits etablierten Vulcain-2-Triebwerk der derzeitigen Ariane 5 orientiert. So seien in diesem Test beispielsweise alle pyrotechnischen Zünder beibehalten worden, um das neue mit dem alten Triebwerk vergleichen zu können. Beim nächsten Versuchslauf werde die Zündung der Brennkammer mittels Propangas vom Prüfstand aus erfolgen, so das DLR. Zum Ende der Testkampagne wird das Triebwerk in seiner endgültigen Flugkonfiguration im DLR-Prüfstand seine Generalprobe für den Flug ins All absolvieren.

Bei den Tests wird das Triebwerk aber nicht nur unter regulären Betriebsbedingungen erprobt, sondern auch jenseits der im Flug üblichen Belastungen, beispielsweise bei höheren Temperaturen, bei höheren und niedrigeren Brennkammerdrücken und Treibstoffmischungsverhältnissen. "So können wir am Entwicklungstriebwerk testen, wo die Grenzen des Vulcain-2.1-Triebwerks liegen", so Anja Frank, Leiterin der Abteilung Versuchsanlagen beim DLR Lampoldshausen.

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