Die Ankunft von SOFIA war bereits für Sonntag geplant, hatte sich aber kurzfristig verzögert. Der Flughafen wird seine Besucherterasse bereits ab 3:00 Uhr öffnen.
Es ist bereits der zweite Besuch von SOFIA nach 2011. Bis voraussichtlich Freitag, dem 20. September wird das NASA-Forschungsflugzeug – das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie – in Stuttgart verweilen. Während an der Stuttgarter Universität rund 400 Forscher aus aller Welt zu einer großen Konferenz der Astronomischen Gesellschaft zusammenkommen und unter anderem das hundertjährige Bestehen der Internationalen Astronomischen Union feiern, wird die zur Sternwarte umgebaute Boeing 747SP am Flughafen vor allem die Blicke der Spotter und Flugzeugfans auf sich ziehen. Denn im Normalfall ist SOFIA im kalifornischen Palmdale stationiert – und der „Mini-Jumbo“, die 747SP, ist bis auf eine Handvoll VIP-Exemplare weltweit längst vom Himmel verschwunden.
SOFIA beobachtet ferne Galaxien
Die fliegende Sternwarte ist ein gemeinsames Projekt der NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Forscher der SOFIA-Instituts der Universität Stuttgart betreuen den Betrieb des Observatoriums auf deutscher Seite. In ihrem Rumpf beherbergt der NASA-Jumbo ein rund 17 Tonnen schweres Infrarot-Teleskop mit einem Durchmesser von 2,7 Metern. Bei Forschungsflügen in rund 13 Kilometern Flughöhe beobachtet SOFIA ungestört von der Erdatmosphäre ferne Sterne und Galaxien und ortet chemische Verbindungen im Weltall. Ihren Erstflug hatte SOFIA bereits 1977 – damals als „gewöhnliche“ Boeing 747SP für Pan Am. 1997 erwarb die NASA die Maschine und baute sie für ihre heutige Aufgabe um. Ihren ersten „heißen“ Einsatz hatte die als N747NA registrierte Maschine am 30. November 2010.

Erste SOFIA-Mission über Europa
In den Morgenstunden des 15. September wird die Boeing 747SP in Stuttgart erwartet – die Ankunft ist zwischen 6 und 7 Uhr geplant. Während ihres Aufenthalts wird SOFIA direkt vor den Terminals stehen und von der Besucherterrasse aus dementsprechend gut zu sehen sein. Am Mittwochabend wird der „Mini-Jumbo“ wieder abheben: Unter dem Codenamen FANNIE absolviert SOFIA ihre die erste Mission über Europa. Start der Maschine wird kurz vor Sonnenuntergang sein, gegen halb 6 in der Früh wird die 747SP dann wieder in Stuttgart eintreffen. Am Freitag soll SOFIA dann wieder in ihre kalifornische Heimat zurückfliegen.
Zahlreiche Aktionen rund um SOFIA
Beim Deutschen SOFIA-Institut in Stuttgart freut man sich sehr über den prominenten Besuch und versucht, die Öffentlichkeit so gut wie möglich daran teilhaben zu lassen. Im Vorfeld konnten Interessierte sich für Führungen anmelden, die allerdings in Windeseile ausgebucht waren. Im Terminal des Stuttgarter Flughafens wird es dafür während des SOFIA-Besuchs die Möglichkeit eines „virtuellen Mitflugs“ geben: In einem mobilen Planetarium mit Fulldome-Aufnahmen können Zuschauerinnen und Zuschauer eine SOFIA-Mission inklusive der Vorbereitungen hautnah erleben. Der Eintritt ist frei. Am Donnerstagabend um 20 Uhr findet im Hospitalhof in der Stuttgarter Innenstadt zudem ein öffentlicher Vortrag zum Thema statt. Dr. Alfred Krabbe, Leiter des Deutschen SOFIA-Instituts der Universität Stuttgart, kommentierte den angekündigten Besuch der fliegenden NASA-Sternwarte erfreut: „Wir freuen uns sehr, dass SOFIA wieder einmal nach Stuttgart kommt.“