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DLR-Weltraumkammer in Göttingen

Airbus testet Hochleistungsionenantrieb

Airbus hat in einer der leistungsfähigsten Testanlagen für Ionenantriebe sein Triebwerk RIT 22 getestet.

RIT 22 wurde in einer Konfiguration getestet, die bereits wesentliche Merkmale des bei Airbus in der Entwicklung befindlichen Nachfolgers RIT 2X enthielt. War RIT 22 noch für die Anforderungen wissenschaftlicher interplanetarer Missionen optimiert, so orientiert sich RIT 2X an den Anforderungen der nächsten Generation geostationärer Satelliten.

Es wird in der 5-Kilowatt Klasse bis zu 200 Milli-Newton Schub bereitstellen und damit insbesondere Orbit-Transfermanöver unterstützen. Darüber hinaus ist das RIT 2X System ausbaufähig. Es kann mit bis zu 6,5 Kilowatt System-Eingangsleistung betrieben werden.

Die Triebwerksfamilie ist derzeit in der Lage, den Treibstoff auf Geschwindigkeiten jenseits von 180.000 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen und auszustoßen. Darüber hinaus kann der Schub besonders fein und über einen sehr weiten Bereich reguliert werden.

In der großen Vakuumkammer in Göttingen kann das DLR Ionentriebwerke mit hoher Leistung testen (Foto: DLR).

Die "Simulationsanlage für Treibstrahlen Göttingen - Elektrische Triebwerke" (STG-ET) hat mit den Versuchen ihre Eignung zum Betrieb von Ionentriebwerken hoher Leistung unter Beweis gestellt. Das ist technisch besonders anspruchsvoll, denn diese Triebwerke können nur im Vakuum höchster Qualität betrieben und getestet werden. Weitere Herausforderungen sind die direkte Messung des Schubs und der Umgang mit dem hochenergetischen Ionenstrahl der Triebwerke.

Die STG-ET simuliert in einer Kammer von 12 Meter Länge und 5 Meter Durchmesser weltraumähnliche Zustände. Ein leistungsfähiges Pumpensystem stellt sicher, dass der Druck im Inneren nur ein Milliardstel des Luftdrucks beträgt, der auf der Erdoberfläche herrscht.

Ein spezielles Auffangsystem ist in der Lage, Treibstrahlen oder Ionenstrahlen bis zu einer Leistung von 25kW sicher abzuleiten. Ein wichtiges Messinstrument der STG-ET stellt ihre Schubmesswaage dar. Sie kann den Schub der Triebwerke bis zu einer Genauigkeit von Milli-Newton messen. Komplettiert wird die STG-ET mit weiteren Instrumenten zur Strahldiagnostik.

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