in Kooperation mit

Ein „Whoosh“ am Cape

SpaceX testet Rettungssystem der Dragon-Kapsel

Beobachter hörten ein lautes „Whoosh!“, sahen Flammen aus den Triebwerken, wenig später die Entfaltung eines Fallschirms und schließlich die Wasserung in Sichtweite vor der Küste Floridas – das kommerzielle Raumfahrtunternehmen SpaceX hatte erfolgreich das Rettungssystem der künftigen bemannten Dragon-Kapsel getestet.

Pünktlich um neun Uhr Ortszeit zündeten die acht SuperDraco-Triebwerke und trugen die Kapsel von einer speziellen Plattform am Startkomplex 40 der Cape Canaveral Air Force Station in die Höhe. Innerhalb von sechs Sekunden beförderten sie Dragon aus einem möglichen Gefahrenbereich am Startplatz hinaus über den Atlantik, wo sich drei Fallschirme öffneten und die wertvolle Nutzlast sicher auf der Wasseroberfläche niederging. Von der Zündung bis zum „Splashdown“ waren nur zwei Minuten vergangen.

Der erfolgreiche Test war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Zulassung der Kapsel für bemannte Raumflüge in Richtung Internationale Raumstation, und die ersten Gratulanten kamen aus den Reihen der NASA als Auftraggeber. Derartige Rettungssysteme sind Standard bei bemannten Raumflugsystemen, und in der gesamten Raumfahrtgeschichte gab es nur zwei Ausnahmen: die beiden russischen Woschod-Kapseln sowie die Space Shuttles.

Neu waren auch die von Ingenieuren bei SpaceX entwickelten SuperDracos, die mit Monomethylhydrazin und Stickstofftetroxid arbeiten, und deren Brennkammern im 3D-Druckverfahren entstanden. An Bord der Dragon befanden sich während des Tests mehr als 270 Sensoren und Messinstrumente zur Aufzeichnung aller Flugdaten sowie ein Dummy-Astronaut, an dem die Belastungen auf einen menschlichen Körper ermittelt werden sollen. Die übrigen Crewplätze waren mit Massedummys belegt.

Zur Startseite