in Kooperation mit

ESA-Projekt Electra

Erster elektrisch angetriebener Satellit soll 2021 starten

Mit Electra will die europäische Raumfahrtagentur ESA in einer öffentlich-privaten Partnerschaft einen rein elektrischen Kommunikationssatelliten entwickeln, bauen und starten.

Beschlossen wurde Electra bereits auf der ESA-Ministerratskonferenz 2012 in Neapel, am Freitag wurden nun in Betzdorf (Luxemburg) im Beisein des luxemburgischen Vize-Premiers Etienne Schneider die entsprechenden Verträge zwischen der ESA und den privaten Partnern unterzeichnet, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitteilte.

Electra ist Teil des ARTES-Programms (Advanced Research in Telecommunications Systems) der ESA. Deutschland ist im Unterprogramm mit 58,5 Prozent der Hauptzeichner. Entwickelt und gebaut wird Electra vom deutschen Raumfahrt-Konzern OHB, die erste Mission beauftragt der Satellitenbetreiber SES. 

"Electra steht für Elektrische Satellitenantriebe, das ist vergleichbar mit der Elektromobilität beim Auto", sagte Dr. Gerd Gruppe, DLR-Vorstandsmitglied für das Raumfahrtmanagement anlässlich der Vertragsunterzeichnung in Luxemburg. Electra sei für das DLR ein wesentliches Element, eines der Ziele der deutschen Raumfahrtstrategie zu erreichen: die so genannte Systemfähigkeit in der Satellitenkommunikation.

Längere Transferzeiten durch elektrischen Antrieb

Bei dem Satelliten erfolgt sowohl die Lageregelung als auch die Anhebung in den finalen geostationären Orbit in 36.000 Kilometern Höhe mit elektrischen anstelle von chemischen Antrieben. Electra nutzt dazu Solarenergie. Dadurch lässt sich der Treibstoff nach Angaben des DLR effizienter einsetzen. "Electra wird so bei etwa gleichem Gewicht eine fast doppelt so große Nutzlastmasse in den Orbit bringen können", sagte David Futterer, Electra-Programmkoordinator beim DLR Raumfahrtmanagement in Bonn. Allerdings ist die Transferzeit bei Electra deutlich länger: sechs Monate gegenüber einer Woche bei einem chemischen Satellitenantrieb.

Es gebe aber die Möglichkeit, den Satelliten hinsichtlich Transferzeit oder Gesamtkosten anzupassen: So könne man entweder eine stärkere Startrakete verwenden, um die Transferzeiten zu reduzieren oder mit einer kleinen und kostengünstigen Rakete längere Transferzeiten in Kauf nehmen. "Damit eröffnet Electra den Satellitenbetreibern eine neue Flexibilität. Zusammen mit den geplanten niedrigeren Satellitenkosten hat Electra gute Voraussetzungen, ein kommerzieller Erfolg zu werden", so David Futterer. Der Start des ersten Electra-Satelliten ist für Ende 2021 geplant.

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