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Galileo-Uhren funktionieren nicht korrekt

Europäisches Satellitennavigationssystem Galileo-Uhren funktionieren nicht korrekt

Es gibt Probleme beim europäischen Satellitennavigationssystem Galileo. Bei fünf Satelliten wurden Anomalien bei den Atomuhren an Bord entdeckt.

Eine korrekte Zeitmessung ist der Kern der Satellitennavigation, ansonsten kann es zu großen Abweichungen bei der Positionsbestimmung auf der Erde kommen. Deshalb ist jeder Galileo-Satellit mit vier Atomuhren - zwei Rubidium-Atom-Frequenz-Standard-Uhren (RAFS) und zwei passive Wasserstoffmaser-Uhren (PHM) - ausgestattet. Allerdings gibt es bei fünf der bislang 18 Satelliten im Orbit Probleme damit, wie die ESA am Mittwoch mitteilte. Dennoch sei keiner der betroffenen Satelliten inaktiv, auch gebe es keine Auswirkungen auf die Ende 2016 gestarteten ersten Dienste des Galileo-Netzwerks. 

Insgesamt seien Anomalien bei drei RAFS- und bei sechs PHM-Uhren aufgetreten. Die betroffenen RAFS-Uhren befinden sich auf so genannten FOC-Satelliten (Full Operational Capability, volle operationelle Fähigkeit), den aktuellsten Galileo-Versionen. Die Fehlfunktionen könnten laut ESA mit einem Kurzschluss und einem bestimmten Testverfahren am Boden vor dem Start zusammenhängen.

Fehlerhafte PHM-Uhren finden sich sowohl auf FOC- als auch auf IOV-Satelliten (In-orbit validation, Validierung im Orbit) der ersten Galileo-Generation. Die Anomalien gehen wohl einerseits auf geringe Fehlerspielräume bei einem bestimmten Parameter zurück. Andererseits treten sie auch dann auf, wenn eine gesunde Uhr nach längerem Ausschalten wieder gestartet wird, weil sich die Uhrcharakteristika im Orbit ändern.

Die ESA und die an Galileo beteiligten Industrieunternehmen untersuchen weiter die Ursachen der Fehlfunktionen. Zudem soll es Modifikationen bei künftigen RAFS-Uhren geben. Es wird auch an Betriebsverfahren gearbeitet, die das Ausfallrisiko der anderen PHM-Uhren im Orbit reduzieren sollen.