Für Chinas bemannte Raumfahrt: Weltraumbahnhof auf Hainan wird startklar gemacht

Für Chinas bemannte Raumfahrt
Weltraumbahnhof auf Hainan wird startklar gemacht

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.10.2026
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Xinhua, China, Long March 10, Langer Marsch 10, Wenchang, Hainan
Foto: Xinhua

Im Sommer fiel auf, dass das neue Raumschiff Mengzhou aus den Planungen der chinesischen Raumfahrtbehörde CMSA für das zweite Halbjahr verschwunden war. Der Erstflug, ursprünglich für Ende 2026 angekündigt, rückte damit offenbar ins kommende Jahr. Die Behörde nannte keine Gründe.

Chinesische Medien verwiesen auf den Startkomplex 301 in Wenchang, der noch nicht einsatzbereit sei. Gut drei Monate später zeigen Aufnahmen vom Gelände, wie die Arbeiten dort vorankommen, wie einige lokale Medien berichten.

Wichtiger, sicherer Standort im Süden

Der Startplatz an der Küste Hainans ging 2014 in Betrieb. Von der Insel hoben die Long March 5 (Langer Marsch 5) und 5B ab, die unter anderem die erste chinesische Marsmission Tianwen-1 und die Module der Raumstation Tiangong ins All brachten.

Wenchang liegt weiter südlich als alle anderen chinesischen Startplätze. Außerdem ist er über das Meer erreichbar, sodass sich sehr große Raketenteile per Schiff anliefern lassen. Die Weltraumbahnhöfe im Landesinneren sind dagegen auf das Schienennetz angewiesen. Zudem stürzen dort abgetrennte Stufen über bewohntem Gebiet ab, was zusätzliche Sicherheitsrisiken mit sich bringt.

Schon Ende 2022 kündigten die Verantwortlichen an, Wenchang kräftig auszubauen. Der Chefingenieur des übergeordneten Startzentrums Xichang erwartete damals einen Sprung von sechs bis acht auf 20 bis 30 Starts pro Jahr.

Der Turm erhält seine Zugangsarme

Von Komplex 301 sollen alle bemannten Flüge starten. Derzeit werden dort die Arme montiert, über die Astronauten in ihre Kapsel gelangen. Ende September setzten Kräne die Aufnahmen für die schwenkbaren Arme an den Turm. Anfang Oktober folgte der erste Arm.

Drei Anschlussstellen gibt es insgesamt. Zwei sind für das Raumschiff vorgesehen, die dritte soll Technikern Zugang zu Kapselteilen verschaffen. Sie ersetzt die festen Arbeitsetagen, auf die man in Komplex 301 verzichtet hat.

China hält an Zeitplan fest

Auf beweglichen Plattformen werden die Raketen später zum Turm gefahren. Die erste ist seit Ende September voll aufgebaut, ihre Haltevorrichtung wurde von der Übergangslösung für den Test einer 10A-Stufe auf das serientaugliche Modell umgerüstet. Die zweite scheint noch ein wenig von der Endhöhe entfernt.

Die Long March 10 soll Mengzhou und die Mondfähre Lanyue Richtung Mond bringen, etwa 27 Tonnen Nutzlast sind vorgesehen. Die zweistufige 10A mit bis zu 18 Tonnen für den niedrigen Erdorbit ist als Zubringer zur Raumstation Tiangong gedacht. Mit ihr soll Mengzhou-1 unbemannt starten, an Tiangong andocken und zur Erde zurückkehren. Ein bemannter Flug zur Station soll folgen.

Einige Elemente, wie Kopplungssystem, Fallschirme und die erste Raketenstufe, sind laut CMSA erprobt. Hinzu kommen Rettungstests der Kapsel, Start- und Landeversuche des Mondlanders, ein Zündtest der Rakete im Verbund sowie ein Flug des Raketensystems in geringer Höhe. Im Februar diente am Komplex 301 für einen Rettungstest eine schwächere Testrakete.

Gerüchten zufolge soll ein großer Systemtest der Anlagen möglichst noch dieses Jahr laufen. Danach soll 2027 der Erstflug folgen. Bis 2028 sollen Mengzhou und Lanyue im Erdorbit getestet werden.

Die ersten beiden Taikonauten sollen spätestens im Oktober 2029 zum Mond fliegen, das Ziel einer Landung vor 2030 hält Peking fest. Solange die Verzögerung nur wenige Monate beträgt, scheint das Ziel erst einmal nicht gefährdet.