Raumkapsel für bemannte Missionen: China verschiebt Mengzhou-Flug offenbar auf 2027

Raumkapsel für bemannte Missionen
China verschiebt Mengzhou-Flug offenbar auf 2027

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.07.2026
Als Favorit speichern
Mengzhou, Test, China, Raumschiff
Foto: CMSA/Xinhua

Ursprünglich hatte die China Manned Space Agency (CMSA) den ersten Flug des neuen Raumschiffs Mengzhou für Ende 2026 in Aussicht gestellt.

Danach sieht es derzeit nicht aus, denn die Behörde hat einen Rückblick auf das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht und darin ihre Pläne für die zweite Jahreshälfte skizziert. Von Mengzhou oder einem orbitalen Erstflug ist darin nicht die Rede. Das deutet darauf hin, dass der Termin von Ende 2026 auf die ersten Monate des Jahres 2027 verschoben wird.

Startrampe auf Hainan noch nicht fertig

Als Grund für die Verzögerung gilt in den chinesischen Medien der Startplatz 301 auf dem Kosmodrom Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan. Die dortige Startrampe ist laut chinesischen Medienberichten noch nicht einsatzbereit; Versorgungsturm und diverse Bodensysteme sollen zwar noch vor Jahresende fertiggestellt werden, doch der Baufortschritt lässt vermuten, dass sich CMSA bewusst mit konkreten Terminzusagen zurückhält, um zu verhindern dass der Termin gerissen wird.

Ablauf des Erstflugs

Der geplante orbitale Erstflug Mengzhou-1 soll unbemannt mit einer Long-March-10A-Rakete starten. In der Umlaufbahn soll das Raumschiff an die chinesische Raumstation Tiangong andocken und dabei seine Systeme erproben, bevor die Kapsel zur Erde zurückkehrt. Nach einem erfolgreichen unbemannten Testflug soll der erste bemannte Flug zur Tiangong folgen.

Das Dockingsystem, die Fallschirme und die erste Raketenstufe wurden bereits getestet. Im Februar dieses Jahres kam an der Startrampe nur eine leistungsschwächere Testrakete für den Rettungssystemtest von Mengzhou zum Einsatz.

Mondlandung bleibt erklärtes Ziel

Trotz der Verzögerung scheinen die chinesischen Mondambitionen nicht in Gefahr. Jedenfalls solange es bei einer Verschiebung um wenige Monate bleibt.

China will weiterhin vor 2030 Menschen auf dem Mond landen lassen. Die Arbeiten an der Rakete Long March 10 laufen nach CMSA-Angaben weiter, ebenso die Entwicklung des Mondlanders Lanyue, die sich in einem fortgeschrittenen Stadium befinde.

Mehrere große Tests seien bereits erfolgreich abgeschlossen worden, darunter ein Nullhöhen-Rettungstest für Mengzhou, Lande- und Startversuche des Mondlanders Lanyue, ein Andockversuch mit Zündung der Long-March-10-Rakete, eine Flugerprobung des Raketensystems in niedriger Höhe sowie ein Rettungstest der bemannten Mengzhou-Kapsel bei maximalem dynamischem Druck.

Die Super-Heavy-Rakete Long March 10, auch Changzheng 10 (CZ-10) genannt, soll in ihrer Standardkonfiguration sowohl Mengzhou als auch den Mondlander Lanyue zum Mond befördern. Daneben gibt es zwei Medium-Lift-Varianten, CZ-10A und CZ-10B: Die Variante CZ-10A wurde speziell für bemannte und unbemannte Missionen Tiangong konzipiert.